Frist endet: Millionen Führerscheine bald ungültig – „Alle vorgewarnt“

Ein Mann hält seinen Führerschein in der Hand.
Symbolbild © istockphoto/Sergio Delle Vedove

Millionen Führerscheine verlieren schon bald ihre Gültigkeit in Deutschland. Wer davon alles betroffen ist und welche Schritte ihr jetzt einleiten müsst, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die Deutschen müssen ihre Führerscheine abgeben, denn die alten werden bald nicht mehr gültig sein. Die Riesen-Aktion läuft bereits seit zwei Jahren und jedes Jahr gibt es eine neue Frist. Das Ziel hinter diesem Bürokratie-Vorgang ist Vereinheitlichung – und mehr Sicherheit. Wie geht das vonstatten?

Führerscheine ungültig

Am 1. November 1993 gründete sich offiziell die Europäische Union. Damals bestand sie aus zwölf Ländern, während es heute bereits 23 Staaten sind. Die Einführung des Euros im Jahre 2002 war für die Bürger die wahrscheinlich am deutlichsten zu spürende Maßnahme dieser Europäischen Gemeinschaft. Aber jetzt gibt es für die Einwohner nicht nur dieselbe Währung, sondern auch konforme Führerscheine. Bis 2033 wird man diese ausgedehnte Aktion durchführen. Bis dahin muss auch der Letzte seinen alten Lappen abgegeben haben. Für Millionen andere gelten schon davor Pflichten. Erst vorgestern lief die jüngste davon ab.

25 Euro kostet es, als Autofahrer seine alte Fahrerlaubnis gegen eine neue, europäische einzutauschen. Unzählige verschiedene Modelle der unterschiedlichen Länder haben in der Vergangenheit bei Kontrollen immer wieder für Verwirrung gesorgt. Der EU-Führerschein soll damit Schluss machen. Außerdem soll er sehr viel schwieriger zu fälschen sein, was ihn um einiges sicherer macht. Damit es bei der immensen Menge an Dokumenten, die eingetauscht werden müssen, nicht zu einem Chaos kommt, hat man die Fristen gestaffelt.

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Millionen Autofahrer betroffen

Generell muss jede Fahrerlaubnis, welche vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, abgegeben werden. Alle, die älter sind, sind nach dem Ausstellungsjahr gestaffelt. Somit muss man einen Lappen von 2012 bis 2033 umtauschen. Ist er aus dem Jahre 2011, muss es bis 2032 erledigt sein, und so weiter. Bei Führerscheinen, die aus dem Jahr 1999 oder von davor sind, richtet sich die Sortierung allerdings nicht nach dem Ausstellungsjahr, sondern nach dem Geburtsjahr des Besitzers. Und genau diese älteren Führerscheinbesitzer sind es, die als Erstes ihre Dokumente eintauschen müssen. Wer zwischen 1953 und 1958 geboren ist, musste seinen verjährten Führerschein bereits am 19. Januar 2022 den Behörden aushändigen. Für Menschen mit den Geburtsjahren von 1959 bis 1964 endete vor einem Jahr die Frist.

Frist bereits abgelaufen

Vorgestern war der letzte Tag für die Jahrgänge zwischen 1965 und 1970. Nun haben Autofahrer mit einem Geburtsjahr ab 1971 oder später ein Jahr lang Zeit, ihren Lappen gegen einen neuen EU-Führerschein einzutauschen. Wer diese Frist verpasst, muss aber nicht in Panik verfallen. Man kann seine Fahrerlaubnis auch danach erneuern. Wer mit einem veralteten Führerschein erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von 10 Euro. Das gilt allerdings nur noch bis 2033, denn bis dahin brauchen wir alle einen offiziellen EU-Führerschein.