Immer mehr SUVs rollen durch Deutschland: Bremse soll gezogen werden

Mercedes-Benz fährt durch die Straßen einer Großstadt.
Symbolbild © istockphoto/YuriyVlasenko

Sie sind groß, verbrauchen viel Energie und stehen unter ständiger Kritik. Dennoch rollen immer mehr SUVs durch Deutschland. Das soll sich jetzt ändern.

In Zeiten von Umwelt- und Klimaschutz wirkt der große SUV beinahe aus der Zeit gefallen. Trotzdem steigt er seit Jahren in seiner Beliebtheit an. Auch die Autohersteller überbieten sich mit immer größer werdenden Modellen. Und so kommt es, dass immer mehr SUVs durch Deutschland rollen.

Große Autos immer beliebter

Im Jahr 2022 hatten laut dem Kraftfahrt-Bundesamt – kurz KBA – etwa ein Drittel aller Pkw-Neuzulassungen die Größe eines SUV. In Zahlen ausgedrückt sind das insgesamt 2, 65 Millionen mehr große Autos als noch im Vorjahr. Genau diesem Kaufverhalten soll jetzt ein Riegel vorgeschoben werden.

Darum ist der SUV problematisch

Das wohl größte Problem mit dem SUV ist seine überdimensionale Größe. Ganz besonders in städtischen Wohngegenden kommt es schnell zu Parkplatzproblemen und ein SUV trägt durch seine Größe nicht zur Entspannung der Situation bei.

Anstatt immer größer und breiter zu werden, möchte der deutsche Städtetag darum jetzt dagegenhalten und fordert bundesweit höhere Parkgebühren für die großen Autos. In den Medien erklärt der Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy, dass ein SUV nicht mehr in die in eine Zeit passe, in der der Klimaschutz und das Sparen von Energie immer wichtiger wird. Mit der Forderung nach einer bundesweiten Erhöhung der Parkgebühren hofft man, dass bald weniger SUVs durch Deutschland rollen.

Autos in Städten nicht notwendig

Dabei ist es, so die Meinung des deutschen Städtetags, generell besser weniger Autos in den deutschen Städten zu haben. Zu viel Straßenverkehr und der ständige Parkplatzmangel sorge dafür, dass die Lebensqualität der Bewohner leide. Zudem sei es unsinnig, immer neue Parkflächen zu bauen und zu vergrößern, nur damit darauf ein SUV stehen kann. Stattdessen sei es viel effizienter, dass große Fahrzeuge auch mehr Parkgebühren, für den extra an Platz, den sie verbrauchen, zahlen.

Deutschland liebt seine Autos

Ob damit allerdings bald weniger SUVs durch Deutschland rollen, bleibt fragwürdig. Noch immer ist das Auto das liebste Kind der Deutschen. Laut einer Umfrage des Deutschen Automobil Treuhand – kurz DAT – aus dem Jahr 2020 empfinden knapp 55 Prozent der deutschen Autofahrer allein beim Anblick des eigenen Autos  große Freude.

Zudem ist ein Fahrzeug vorwiegend in ländlichen Gegenden nach wie vor unerlässlich. Und auch wenn die Deutsche Bahn derzeit das Schienennetz ausbaut und erneuert, so ist diese umweltfreundlichere Mobilität für einige Menschen noch lange nicht zufriedenstellend.