Kahlschlag bei Mercedes: 60 Standorte und 8.000 Stellen betroffen

Das Bild zeigt eine Straße in Düsseldorf und Autos, die in eine Straße fahren.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

60 Standorte des ältesten Automobilkonzerns der Welt, Mercedes, stehen vor großen Veränderungen. Von der Umstrukturierung und den Schließungen werden circa 8.000 Mitarbeiter betroffen sein.

Der älteste Automobilkonzern der Welt, Mercedes, steht vor tiefgreifenden Veränderungen und will 60 Standorte schließen. Geplant ist, dass sich das Unternehmen von sämtlichen Filialen in Deutschland trennt, was direkt etwa 8.000 Mitarbeiter betrifft. Diese Umstrukturierung im Vertrieb erfolgt als Antwort auf die verstärkte Ausrichtung auf Elektromobilität und die bereits angekündigte Umstellung der wichtigsten Motorenwerke auf elektrische Antriebe.

Umstrukturierung beim Autokonzern Mercedes-Benz

Im Jahr 2022 gab Mercedes-Benz bekannt, die Anzahl seiner Verkaufsstandorte erheblich zu reduzieren und anstelle dessen „Online-Autohäuser“ einzuführen. Der Autobauer überlegt nun, sämtliche verbliebene 60 Niederlassungen in Deutschland zu veräußern. Dabei ist geplant, dass die betroffenen Mitarbeiter nicht arbeitslos werden, sondern von neuen Besitzern übernommen werden. Dies soll entsprechend den Vorgaben der „ZuSi 2030+“ geschehen, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschließt.

Diese Vorhaben stehen jedoch in der Kritik von Mercedes-Betriebsratschef Ergun Lümali, der einen Kündigungsschutz bis 2035 gefordert hatte. Er bezeichnete die Entscheidung als einen „Schlag ins Gesicht“ der Mitarbeiter. Außerdem unterstrich er, dass die Niederlassungen trotz jahrelangen Verzichts profitabel seien und zum Gesamtergebnis des Konzerns beitrügen. In Zeiten des Wandels seien Unterstützung, Beständigkeit und Zuversicht für die Beschäftigten von entscheidender Bedeutung.

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Mercedes-Benz veräußert seine Verkaufsstandorte

Mercedes-Benz plant, die Prüfung und den Verkauf seiner Geschäftsstellen einzeln durchzuführen. Dabei müssen potenzielle Käufer bestimmte Anforderungen erfüllen, wie beispielsweise Fachkompetenz, ein langfristig ausgerichtetes unternehmerisches Konzept und die Bereitschaft zur Kooperation mit Arbeitnehmervertretungen. Der Aufsichtsrat hat bereits den Prüfungsplänen zugestimmt, jedoch steht die Genehmigung des Betriebsrats noch aus. Mercedes-Benz setzt konsequent den Kurs fort, den es vor etwa 10 Jahren mit dem Verkauf von Autohäusern in Ostdeutschland eingeschlagen hat. Die Manager der Mercedes-Autohäuser werden kurzfristig nach Stuttgart einberufen, um die Auswirkungen für die Mitarbeiter zu erörtern und die Zustimmung des Betriebsrats einzuholen. Die Reaktionen auf diese weitreichende Maßnahme werden mit Spannung erwartet.