Kahlschlag droht: Nächstes deutsches Autowerk steht auf Kippe

Ein Auto ohne Türen wird in einer Halle einer Fabrik von einem Mitarbeiter mit den Händen am Kofferraum in der Produktion zusammengebaut.
Symbolbild © imago/Belga

Ein deutsches Autowerk, welches für den dort produzierten ID.3 bekannt ist, steht nun auf der Kippe. Dies liegt primär an dem Absatz, welcher hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Seit Monaten gibt es beunruhigende Spekulationen über das Schicksal des deutschen Autowerks „Gläserne Manufaktur“ von Volkswagen in Dresden, denn der Standort steht auf der Kippe. Angesichts der geringen Verkaufszahlen des ID.3, der dort hergestellt wird, machen sich die 340 Mitarbeiter vor Ort Sorgen um ihre Jobs.

Unsichere Zukunft des Volkswagen-Standorts in Dresden

Der Standort Dresden hat für Volkswagen eine besondere Bedeutung. Hier werden nicht nur Autos montiert – einst der Phaeton, jetzt der ID.3 – sondern das Werk fungiert auch als Vorzeigeprojekt bei Auslieferungen sowie in verschiedenen Bereichen der Forschung und Entwicklung. Trotz dieser Vielfältigkeit ist die Zukunft ungewiss, wie Markenchef Thomas Schäfer vor kurzem betonte. Schäfer erklärte auf einer Pressekonferenz, dass es schwierig sei, eine Fahrzeugproduktion mit einer solchen Menge und den logistischen Herausforderungen mitten in Dresden herzustellen. Die niedrigen Verkaufszahlen des ID.3 sind das Hauptproblem. Im Jahr 2023 wurden nur 6.000 Stück in Dresden produziert, was die geplanten Produktionskapazitäten bei weitem nicht auslastete. Die ursprünglich geplante Zusatzproduktion im Hauptwerk Wolfsburg wurde bereits von Volkswagen gestrichen.

Lesen Sie auch
Neues Verbot zur EM: Flaggen am Auto – Bußgelder drohen jetzt

340 Mitarbeiter müssen eventuell den Standort wechseln

Es ist gut möglich, dass alle Autos der ID.3-Serie im viel größeren Volkswagen-Werk in Zwickau, Sachsen, mit seinen etwa 10.000 Beschäftigten gefertigt werden könnten. Im letzten Jahr rollten von dort 250.000 Elektroautos verschiedener Marken und Modelle vom Band. Darunter waren auch der ID.3 und der ID.4. Zwickau hat zudem noch freie Kapazitäten.

Den Mitarbeitern wurde zugesichert, dass sie bis 2029 sicher beschäftigt sein werden. Allerdings ist nicht klar, ob diese Sicherheit an den Standort gebunden ist. Sollte die Produktion eingestellt werden, könnte Dresden als Zentrum für zukünftige Mobilität bestehen bleiben und vermehrt Testaktivitäten durchführen. Volkswagen strebt in diesem Jahr an, eine operative Marge von mindestens sieben Prozent zu erreichen. Dafür werden die Investitionen in Forschung und Entwicklung sorgfältig überprüft. Das Projekt „Gläserne Manufaktur“ steht vor einer ungewissen Zukunft.