Kosten senken: Deutscher Autobauer kündigt Stellenabbau an

Ein Arbeiter steht in einer Fabrik, in der man mehrere elektrische Autos produziert. Am Fließband setzen Mitarbeiter einzelne Teile zusammen, um das E-Auto sicher für die Straße zu machen.
Symbolbild © imago/Kirchner-Media

Dieser deutsche Autobauer versucht mit einem starken Stellenabbau, die Kosten bis zum Jahr 2026 drastisch zu senken. Verschiedene Strategien sollen dabei helfen, die Effizienz zu steigern.

Auf dem Treffen der Mitarbeiter von diesem großen deutschen Autobauer wurden am Dienstag wichtige Details zu dem geplanten Stellenabbau bekannt gegeben. Wir berichten, welches Ziel das Unternehmen verfolgt und welche Maßnahmen dazu eingesetzt werden.

Frührenten und Vertragsauflösungen zur Kostensenkung 

Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2026 strebt der Autobauer Volkswagen an, die Kosten für Mitarbeiter in der Verwaltung um satte 20 Prozent zu senken. Aus vertraulichen Quellen geht hervor, dass das Unternehmen dabei vor allem auf zwei Strategien setzt: Frühverrentung und Vereinbarungen zur Vertragsauflösung. Die Nachrichten von der Betriebsversammlung sorgen nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern auch in der Öffentlichkeit für Aufsehen.

Das Management gab bekannt, dass bereits drei Viertel der betroffenen Altersgruppen das Angebot zur Frühverrentung angenommen oder Interesse signalisiert hätten. Normalerweise liege die Akzeptanzrate einer Altersgruppe bei etwa 70 Prozent. Auch das Programm zur Abfindung verlaufe erfolgreich. In den letzten fünf Wochen habe das Unternehmen bereits die Hälfte seines Budgets für Abfindungen verplant. Bis 2026 habe VW hierfür beeindruckende 900 Millionen Euro zurückgestellt. Trotz der Offenlegungen bleiben jedoch einige Fragen unbeantwortet. Eine Sprecherin des Konzerns bestätigte die Informationen, gab jedoch nicht die Gesamtzahl der Austritte bei VW preis.

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Volkswagen könnte etwa 3.000 Mitarbeiter entlassen

Besonders interessant sind die Einzelheiten zur Regelung der Arbeitszeit für ältere Mitarbeiter: Etwa 4.000 Angestellte des Geburtsjahrgangs 1967 könnten für das Programm infrage kommen. Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren rund 3.000 Personen das Unternehmen verlassen könnten. Während die Teilzeitregelung eine langfristige Strategie darstellt, liefern Aufhebungsverträge schnellere Ergebnisse. Vor allem im Management können beträchtliche Geldsummen im Spiel sein. Einzelne Verträge könnten sogar Beträge von mehreren Hunderttausend Euro umfassen.

Die Entscheidung für den Personalabbau kommt nicht überraschend. Volkswagen hat seit Jahren mit hohen Personalkosten zu kämpfen, die seit der Coronakrise stetig gestiegen sind. Nun setzt der Konzern auf Effizienzsteigerung, um zehn Milliarden Euro einzusparen, wovon vier Milliarden aus dem Bereich der Kernmarke Volkswagen stammen sollen.