Nächstes Werk: Mercedes-Benz stellt Mitarbeiter in Kurzarbeit

Daimler Mercedesstern.
Symbolbild Foto: Ank kumar, CC BY-SA 4.0, Wiki

Die Coronapandemie ist nahezu beendet, doch Mercedes-Benz stellt seine Mitarbeiter in Kurzarbeit. Das sind die Hintergründe.

Mercedes-Benz ist wohl einer der größten Autokonzerne weltweit und fährt jährlich Milliardengewinne ein. Während der Coronapandemie und dem Lockdown litt das Unternehmen – wie viele andere auch – dennoch konnten sie bei der Jahresbilanz 2022 wieder satte Gewinne einstreichen. Umso überraschender nun die Nachricht, dass Mercedes-Benz seine Mitarbeiter in Kurzarbeit stellt.

Kurzarbeit trotz satter Gewinne

Insgesamt 15 Milliarden Euro soll Mercedes-Benz im vergangenen Jahr erwirtschaftet haben, das gaben zumindest der Chef des Unternehmens Ola Källenius sowie Harald Wilhelm aus dem Finanzvorstand vor ein paar Tagen in den Medien bekannt. Grund zum Optimismus sei das allerdings nicht, denn durch den Ukraine-Krieg gibt es erhebliche Lieferprobleme. Aus diesem Grund stellt sich Mercedes-Benz seine Mitarbeiter jetzt in Kurzarbeit. Ab dem März 2022 sollen die Arbeiter im Werk in Sindelfingen nun weniger arbeiten. Auch in dem Werk in Bremen stehen die Fließbänder derzeit überwiegend still.

Immer wieder Kurzarbeit

Bereits seit der Coronapandemie zählt die Kurzarbeit für Mitarbeiter von Mercedes zum ständigen Begleiter. Zuletzt schickte der Autokonzern im Juli 2022 über seine Mitarbeiter in Rastatt in Kurzarbeit. Eigentlich war nach dem Ende der Pandemie auf eine Besserung zu hoffen – doch dann kam der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden Lieferengpässe.

Kritik an der Kurzarbeit von Mercedes-Benz

Die Bürgerbewegung „Finanzwende“ sieht das Vorgehen von Mercedes-Benz jedoch mehr als kritisch. Ihrer Meinung nach nutze der Autokonzern Deutschland als einen sozialen Staat aus. Ganz besonders, weil das Unternehmen 2022 Gewinne einfahren konnte und auch die Dividendenzahlungen an die jeweiligen Aktionäre sehr hoch ausfielen.

Mercedes-Benz widersprach dieser Kritik und erklärte, dass die Mitarbeiter im vergangenen Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag während ihrer Kurzarbeiterzeit bekamen. Zudem habe das Unternehmen und die Belegschaft in den vergangenen zehn Jahren Milliarden in die Arbeitslosenversicherung gezahlt. Dadurch das Mercedes-Benz seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt, sollen diese vor der Arbeitslosigkeit bewahrt werden, solange die Lieferengpässe währendes Krieges anhalten.