Statistik belegt es: Senioren verursachen die meisten Unfälle

Ein älterer Herr fährt Auto.
Symbolbild © istockphoto/Rike_

Jetzt zeigt eine neue Statistik, dass Senioren offenbar mehr und schwerere Unfälle verursachen als jüngere Autofahrer. Damit widerspricht die Unfallstatistik klar den vorherigen Aussagen des Verkehrsministers Volker Wissing.

Verkehrsminister Volker Wissing hat sich kürzlich gegen die Fahrtests der EU ausgesprochen, die bei älteren Autofahrern durchgeführt werden sollten. Doch eine neue Statistik zeigt nun auf, dass Senioren häufiger für Unfälle verantwortlich sind.

Senioren verursachen mehr Unfälle

Eine neue Statistik enthüllt jetzt, dass Senioren wohl häufiger auch an schwereren Unfällen beteiligt sind. Die Europäische Union plant eine umfassende Reform des Führerscheins, die auch ältere Autofahrer ab 60 Jahren betrifft. Nach dem Entwurf sollen Senioren ab einem bestimmten Alter regelmäßigen Fahrtauglichkeitstests unterzogen werden.

Dies soll verhindern, dass Senioren schwere Unfälle verursachen können, wenn sie für das Autofahren nicht mehr geeignet sind. Und tatsächlich soll eine neue Statistik jetzt zeigen, dass Senioren häufiger Unfälle auslösen. Dabei sollen diese sogar schwerer sein. Welche Anforderungen die Tests haben werden, ist bisher nicht bekannt.

In einigen EU-Ländern, darunter Italien, Luxemburg und die Niederlande, sind solche Tests bereits üblich. In Deutschland stößt der Vorschlag auf Widerstand. Automobilverbände sehen darin eine Bevormundung, Sozialverbände eine Altersdiskriminierung. Auch Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) lehnt die Reform ab, da er keine erhöhte Gefahr durch Senioren auf den Straßen sieht.

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Unfallforscher veröffentlichen neue Auswertungen

Ältere Autofahrer sind häufiger an Unfällen beteiligt als jüngere, was neue Statistiken des Statistischen Bundesamts zeigen. Unfallforscher fordern daher, über eine Reform des Führerscheins nachzudenken. Anhand der Ergebnisse zeigt sich, dass der Anteil älterer Autofahrer an schweren Unfällen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.

Im Jahr 2022 waren in 29 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle Personen ab 65 Jahren involviert. Das ist der höchste Wert seit 1960. Zudem seien ältere Autofahrer häufiger an Unfällen mit Personenschaden beteiligt. Das zeigt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2022.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Laut Statistik waren Menschen ab 65 Jahren im letzten Jahr in 68,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden die Hauptverursacher. Bei Fahrern ab 75 Jahren lag der Anteil sogar bei 76,6 Prozent. Dabei soll die sinkende Reaktionsfähigkeit bei älteren Menschen mit ein Hauptgrund für die erhöhte Zahl an Unfällen sein.

Als weiteren Grund nennt die Auswertung, dass Senioren häufiger Vorfahrtsregeln missachten und so Unfälle auslösen. Die Experten erklären weiterhin, dass die älteren Autofahrer auch des Öfteren andere Verkehrsteilnehmer übersehen würden und Situationen im Straßenverkehr nicht mehr ausreichend überblicken könnten.