Tempolimit: Erste deutsche Großstadt will Tempo 30 einführen

Ein Tempo-30-Verkehrsschild steht an einer Straße mit parkenden Autos und Straßenverkehr. Im Hintergrund läuft der Verkehr, während das Wetter sommerlich ist.
Symbolbild Foto: Stadt Karlsruhe

Ein Tempolimit von Tempo 30 mitten in der Stadt soll dazu führen, dass die Lärmbelästigung sinkt. Schon länger gibt es dahingehend in einigen Städten Pläne. Eine deutsche Großstadt will jetzt als erste in die Umsetzung gehen.

Ein Tempolimit mit Tempo 30 ist der Wunsch von vielen Politikern für die Innenstädte. Eine erste Großstadt will ihre Pläne dazu jetzt umsetzen.

Tempolimit gegen Lärm

In vielen großen Städten in Deutschland sind die Lärmbelästigung und die Möglichkeiten zur Senkung ebendieser ein großes Thema. Schon länger gibt es Pläne dazu, dass ein umfassendes Tempolimit mit der maximalen Geschwindigkeit von Tempo 30 eingeführt werden soll. So könnten bald ganze Innenstädte zur Tempo-30-Zone erklärt werden. Eine erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen will diesen Schritt nun gehen.

Dabei gibt es aber auch Widerstand, denn nicht jeder Bürger möchte sich auf ein Tempolimit in dieser Form einlassen. Zahlreiche Autofahrer können sich offenbar nicht damit anfreunden, in Zukunft auf Geschwindigkeiten von 50 Kilometern pro Stunde in der Stadt zu verzichten.

Verkehrslärm macht krank

Wissenschaftler sind sich mittlerweile einig darüber, dass Verkehrslärm krank machen kann. Bürger können jedoch nur wenig dagegen unternehmen. Hier will der ökologische Verkehrsclub VCD nun einschreiten und mit seiner Initiative „Ruhe bitte!“ gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe neue Wege gehen.

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Eigens dafür haben sie ein Online-Tool entwickelt, welches es den Anwohnern ermöglicht, ihrer Kommune zu melden, wo es in ihrer Umgebung zu laut ist. Millionen Menschen sind täglich starkem Verkehrslärm ausgesetzt, so Berichte. Ein Tempolimit von Tempo 30 soll hier ein Ansatz sein, um die Lärmbelästigung zu senken.

Vorstandmitglied des VCD-Dortmund-Unna, Albert Buscher, erklärt: „Die Verwaltung muss schneller etwas tun gegen den Lärm auf den Hauptverkehrsstraßen und den weiteren Hotspots im Stadtgebiet. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, denn die Lärmaktionspläne gelten für Jahre.“ Laut ihm sollen sich so viele Menschen wie möglich anschließen, um die Chancen auf Erfolg der Initiative zu erhöhen.

Einfache Methode: Tempo-30-Zonen einführen

Eine besonders einfache und vor allem günstige Variante, Verkehrslärm effizient zu reduzieren, sei es, ein Tempolimit von Tempo 30 einzuführen, so der Verband. Denn der Mensch nehme Tempo 30 nur halb so laut wahr wie Tempo 50. Damit dies bundesweit umgesetzt werden könne, so Buscher, müsse das Verkehrsrecht entsprechend abgeändert werden. Wann also in Dortmund wirklich Tempo-30-Zonen eingeführt werden, bleibt offen.