5.000 Jahre alt: Gruseliger Fund an der Ostsee-Küste freigespült

Urlauber am überfüllten Strand an der deutschen Ostseeküste. An dem weiten Strand liegen viele Menschen und sonnen sich. Im Hintergrund sieht man grüne Landschaft und das Meer.
Symbolbild © istockphoto/Heiko119

An der Ostsee-Küste kam es jetzt zu einem interessanten Fund – der aber auch ein bisschen gruselig ist. Was 5.000 Jahre lang im Verborgenen lag, wurde auf einmal freigespült.

Nicht nur gefährliche Bakterien tummeln sich an der Ostsee-Küste – jetzt hat man auch noch einen gruseligen Fund gemacht. Über 5.000 Jahre alt ist dieses merkwürdige Gebilde. Was kann es zu bedeuten haben? In Schleswig-Holstein, zwischen Kellenhusen und Dahme, befindet sich dieses archäologische Highlight.

Galt als verschollen

Nicht schön war das Jahrhundert-Hochwasser an der Ostsee im letzten Jahr. Zwischen dem 20. und 21. Oktober 2023 hat dort das schlimmste Sturmhochwasser seit 1872 stattgefunden. Zumindest eine gute Seite hatten die heftigen Umstände aber: Sie spülten diesen geheimnisvollen Fund an der Ostsee-Küste frei.

Bei dem auf 5.000 Jahre geschätzten Konstrukt handelt es sich um riesige Steine, die offensichtlich in einer bewussten Formation angeordnet sind. Komisch, denkt man sich. Aber die Forscher wissen ganz sicher, was das ist: ein Megalithgrab, oder auch Hünengrab genannt. Diese Gräber tauchten sehr oft in der Jungsteinzeit auf und aus dieser stammt auch das nun entdeckte „Grab 281“, wie der Fund von der Ostsee-Küste heißt. Das Grabmal war schon lange Zeit im Sprockhoff Katalog der Megalithgräber vermerkt – galt aber seit jeher als verschollen. Kein Wunder also, dass diese Wiederentdeckung auf Begeisterung stößt.

Lesen Sie auch
Niemals anfassen: Mysteriöse schwarze Beutel hängen an Bäumen

5.000 Jahre alt

Die Jungsteinzeit, auch Neolithikum genannt, begann im Übrigen etwa zwischen 10.000 und 3.000 vor Christus, bis sie vom Metallzeitalter abgelöst wurde. In dieser Zeit entstanden eine Menge solcher Hünengräber. Aber wie kommen sie zu diesem verrückten Namen? Riesen hat es doch niemals gegeben – auch damals nicht.

Ja, das stimmt. Aber das wussten die Menschen im Zeitalter des Christentums nicht. Sie fanden die riesigen Stein-Formationen und dachten, hier lägen Riesen begraben. So fanden diese Fabelwesen auch ihren Weg in die heutigen Märchen- und Fantasybücher. Was heute nach ein paar großen Steinen aussieht, waren früher heilige Orte, an denen man mehrere Menschen bestattet hatte.

Geheimnisvoller Fund an der Ostsee-Küste

Die Forscher sind sich sicher, dass es reihenweise solcher Grabstätten gab, vor allem im Norden Europas. Im 19. Jahrhundert hat man diese aber einfach dekonstruiert – man hat das Gestein für andere Bauten verwendet, recycelt sozusagen. Archäologen hoffen nun, das schöne Hünengrab als solches erhalten zu können. Schließlich bezeugt es eine ganz spezielle Zeit unserer Geschichte. Es war die Zeit, in der sich der Mensch vom Jäger und Sammler langsam zum Bauern entwickelte. Wir fingen an, sesshaft zu werden.