Ära endet: Bestimmte Krankschreibung steht für Millionen vorm Aus

Eine Krankmeldung vom Arzt.
Symbolbild © imago/Steinach

Eine umfangreiche Änderung im Bereich der Krankmeldungen steht jetzt kurz bevor. Dabei soll eine bestimmte Krankschreibung für Millionen Menschen in Deutschland vor dem Aus stehen.

Ob Erwachsene oder Kinder, viele benötigen eine Krankmeldung, wenn sie erkrankt sind. Doch genau hier soll es nun zu einer Reform kommen.

Krankschreibung: Ärzte fordern Reform für Entlastung von Praxen

In Deutschland gibt es eine Debatte über die Krankschreibung von Millionen Bürgern, die bald vor dem Aus stehen könnte. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) drängt auf eine Reform, um die Praxen zu entlasten. Der Verband kritisiert, dass Kinderärzte oft unnötig mit der Ausstellung von Krankmeldungen für leichte Erkrankungen belastet werden.

BVKJ-Präsident Michael Hubmann fordert eine Überprüfung, ob Eltern für den Bezug von Kinderkrankengeld wirklich ärztliche Bescheinigungen benötigen. Hubmann betont, dass die ärztlichen Ressourcen besser genutzt werden könnten, indem Eltern in der Lage sein sollten, solche Erkrankungen selbst zu managen.

Die Entscheidung, ob ein Elternteil zu Hause bleiben muss, sollte nicht in die Zuständigkeit der Kinderärzte fallen, erklärt er weiter. Er sieht die Praxen nicht als geeignet an, diese Verantwortung zu übernehmen. Die aktuelle Regelung erlaubt es Eltern, für die Betreuung kranker Kinder bis zum zwölften Lebensjahr von der Arbeit freigestellt zu werden.

Krankenkassen bemängeln Aufwand

Die Krankenkassen zahlen dafür Kinderkrankengeld, das in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettolohns entspricht. Ärztliche Bescheinigungen für den Bezug von Kinderkrankengeld sind maximal für fünf Tage möglich. Gesetzlich krankenversicherte Eltern können je gesetzlich krankenversichertem Kind für 30 Arbeitstage, Alleinerziehende für 60 Arbeitstage im Jahr Kinderkrankengeld beantragen.

Seit dem 18. Dezember können Eltern die dafür nötige Krankschreibung von Kinderärzten auch telefonisch und ohne Praxisbesuch erhalten. Hubmann hebt hervor, dass ständige Arztbesuche bei kleinen Gesundheitsproblemen eine unnötige Belastung für die Praxen darstellen. Er führt Beispiele wie einen Mückenstich an, der zu einem Arztbesuch führt, was aus seiner Sicht einen hohen bürokratischen Aufwand und ein gesellschaftliches Problem darstellt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat bereits Maßnahmen zur Reduzierung der bürokratischen Belastung in Arztpraxen angekündigt. Seit dem 7. Dezember können Patienten bei leichten Erkrankungen eine Krankschreibung ohne Praxisbesuch erhalten, sofern sie der Praxis bekannt sind und keine schweren Symptome aufweisen.