Alle Änderungen im Juli – „Mehr Geld für Millionen Bürger kommt“

Euro-Banknoten und -Münzen, die übereinander liegen
Symbolbild © istockphoto/hanohiki

Im Juli gibt es in Deutschland eine Menge Änderungen, die für Millionen Bürger mehr Geld im Portemonnaie bedeuten können. Das steckt dahinter.

Der Monat Juli steht vor der Tür und mit ihm kommen jede Menge Änderungen. Millionen von Menschen werden mehr Geld zur Verfügung haben. Andere hingegen werden etwas weniger ausgeben können. Die Hintergründe gibt es hier.

Jedes Jahr im Juli gibt es mehr Rente

Wie jedes Jahr steigt auch in diesem Juli wieder die Rente für Millionen von Bürgern. Damit ist die Rentenangleichung von Ost an West zwar ein Jahr früher geschehen, als es eigentlich geplant war, doch für viele dürfte dies nur eine mäßige Erleichterung sein. Denn die Erhöhung deckt bei Weitem nicht die im Gegensatz zum Vorjahr stark gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Obwohl die Inflationsrate in den letzten Monaten um 0,9 Prozentpunkte gesunken ist, sind die Preise in den einzelnen Bereichen des täglichen Lebens trotzdem noch deutlich teurer als beispielsweise noch im Mai letzten Jahres. Laut einer Datenerhebung des Statistischen Bundesamtes sind die Nahrungsmittel die Haupttreiber der Inflation. So sind die aktuellen Lebensmittelpreise im Vergleich zum Vorjahr um 14,9 Prozent gestiegen. Die Änderungen im Juli spülen so zwar rein rechnerisch mehr Geld in die Portemonnaies der Rentner – effektiv ist das jedoch zu wenig.

Weitere Änderungen im Juli

Wo die Bürger auf der einen Seite mehr Geld bekommen, verlieren sie es auf der anderen Seite wieder. So steigen ab Anfang Juli auch die Beiträge zur Pflegeversicherung. Deswegen haben Millionen von Arbeitnehmern nun netto weniger im Portemonnaie. Kinderlose zahlen schon seit jeher 0,6 Prozentpunkte mehr für die Pflegeversicherung als Eltern. Nach der neuen Pflegereform zahlen Kinderlose nun vier Prozent ihres Bruttogehalts in die Pflegeversicherung ein. Arbeitnehmer mit einem Kind hingegen zahlen ab Juli 3,4 Prozent.

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Eine gute Nachricht gibt es jedoch für Menschen, die Grundsicherung erhalten. Die Freibeträge werden ab Juli 2023 erhöht. Wenn jemand zwischen 520 und 1.000 Euro verdient, darf er damit in Zukunft mehr von seinem Einkommen behalten. Denn der Freibetrag wurde von zwanzig auf dreißig Prozent erhöht. In der Praxis bedeutet dies, dass zukünftig bis zu 48 Euro mehr im Geldbeutel bleiben.

Bezahlfunktion und E-Rezept

Ab Juli 2023 entfällt bei neuen Girokarten die Bezahlfunktion Maestro. Wer nun also eine neue Karte bekommt, dem steht diese Funktion nicht mehr zur Verfügung. Das bedeutet aber nicht, dass es diese Funktion gar nicht mehr gibt. Alle Karten, die noch im Umlauf sind, können weiterhin ganz normal genutzt werden. Abschalten will man die Funktion erst Ende 2027 für alle Kunden. Das teilte die Sparkasse mit. Dafür wird es ein neues Zahlverfahren geben, das die alte Bezahlfunktion ersetz.

Ab Juli 2023 gibt es zudem eine Erleichterung für alle Bürger. Wollte man bisher in der Apotheke sein Rezept einlösen, brauchte man ein vom Arzt ausgestelltes Rezept aus Papier. Dieses soll nun Schritt für Schritt durch das E-Rezept abgelöst werden. Funktionieren soll das in Zukunft mit der Krankenversicherungskarte. Mit dieser soll es der Apotheke möglich sein, das digitale Rezept abzurufen. Die Patienten können dabei zwischen mehreren Möglichkeiten wählen: Entweder verwalten sie die Rezepte digital auf dem Handy oder in einer E-Rezepte-App. Alternativ können sie das Rezept auch mit einem Rezeptcode auf dem Papier einlösen.