Arbeitsmodell: Komplette Industrie will wohl 4-Tage-Woche einführen

Mitarbeiter in der Stahlindustrie.
Symbolbild © istockphoto/industryview

Ein neues Arbeitsmodell könnte eine Wende in der Arbeitswelt bringen. Eine komplette Industrie möchte nun wohl die 4-Tage-Woche einführen. Was hinter der Idee und dem Konzept steckt.

Für viele Arbeitnehmer klingt eine Vier-Tage-Woche angenehm. Jetzt soll ein neues Arbeitsmodell genau dies möglich machen. Laut Berichten möchte eine komplette Industrie die Vier-Tage-Woche einführen.

Pilotprojekt bereits durchgeführt

Im vergangenen Jahr wurde in Großbritannien das Pilotprojekt der Vier-Tage-Woche umgesetzt. Tausende Angestellte arbeiteten dabei vorübergehend anstatt fünf Tage nur vier Tage die Woche und dies bei vollem Lohnausgleich. Am Ende der Testphase sollen vier von fünf teilnehmenden Betrieben das Konzept als positiv bewertet haben.

Bei den Arbeitgebern empfanden 56 von 61 die Vier-Tage-Woche als ein Konzept, das sie durchaus positiv sehen. 18 Betriebe könnten sich sogar vorstellen, dieses System dauerhaft einzuführen, und hätten diese Pläne sogar bereits in die Tat umgesetzt, heißt es in Berichten. Hier arbeiten die Angestellten also nur noch vier Tage die Woche.

Positive Aspekte der Vier-Tage-Woche

Laut Experten sollen sich kürzere Arbeitszeiten positiv auf die Gesundheit auswirken. Wer mehr als vierzig Stunden in der Woche arbeitet, soll demnach mit gesundheitlichen Auswirkungen zu kämpfen haben. Zudem erklären die Experten, dass nur zwei freie Tage in der Woche nicht ausreichen würden, um sich entsprechend erholen zu können.

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Laut Einschätzung der Experten würde ein weiterer freier Tag sich hier äußerst positiv auf die Angestellten auswirken. In der Wirtschaft und Industrie zeigt sich jedoch ein gegenteiliger Trend. So hat der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Siegfried Russwurm, erklärt, dass die Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden erhöht werden müsse. So wolle man dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Stahlindustrie fordert Vier-Tage-Woche

Knut Giesler hingegen ist als Verhandlungsführer der IG Metall in der nordwestdeutschen Stahlindustrie der Auffassung, dass die Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich gegen den Fachkräftemangel angehen könnte. Man wolle deshalb mit diesem Konzept in die nächste Tarifrunde einsteigen. Dies kann man Medienberichten entnehmen.

So könne die Stahlindustrie auch für jüngere Menschen durch eine Vier-Tage-Woche wieder attraktiver werden, lauten die Erklärungen. Außerdem könne so auch gegen einen möglichen Arbeitsplatzverlust angegangen werden. Was am Ende der Tarifverhandlungen vereinbart wird, muss abgewartet werden.