Bekannte Bar in Großstadt wird mitten im Betrieb dicht gemacht

Eine Bar mit Aussenbereich auf einem Marktplatz innerhalb der Innenstadt.
Symbolbild © istockphoto/Travel Faery

Es ist die perfekte Jahreszeit, um draußen in einer Kneipe zu sitzen. Aber leider musste diese Bar plötzlich mitten im Betrieb dicht machen.

Ein kaltes Bier oder ein Glas Wein an einem schönen Frühabend im Juni – was kann da schon schiefgehen? In diesem Fall so einiges. Denn diese beliebte Bar wurde am hellichten Tag, während des Betriebes, dicht gemacht.

Bar muss schließen, während Kundschaft da ist

Die Stadt, die für den Karnival und ihren Humor bekannt ist, hat derzeit nicht allzu viel zu lachen – zumindest nicht über das heimische Bar- und Kneipenleben. Eigentlich ist Köln durchaus beliebt für seine vielfältige Kulturszene, das lebendige Nightlife und die ausgeprägte kulinarische Vielfalt. Bedauerlicherweise scheint es, als müssten hier mehr und mehr Betriebe die Türen schließen.

Vor einigen Tagen teilten wir diese traurige Nachricht, die höchstwahrscheinlich noch Nachzügler finden wird: Eine traditionelle Kneipe muss schließen. Der Grund? Die deutsche Bürokratie. Und in dem vorliegenden Fall sieht es leider nicht anders aus, sondern sogar noch tragischer. Nun wurde eine bekannte Bar dicht gemacht, und das bei laufendem Betrieb. Die Kunden fühlten sich vor den Kopf gestoßen, während der Betreiber plötzlich dem Ruin entgegensieht.

Betreiber vor dem Ruin

Am vergangenen Donnerstag, den 15. Juni, kamen um 16:30 Uhr auf einmal Beamte vom Ordnungs- und Bauaufsichtsamt in die beliebte Kölner Bar „Chilli Vanilli“ und erklärten sie für geschlossen. Den Besitzer Eyice İdris traf der absolute Schock. Das „Chilli Vanilli“ ist schließlich seine einzige Einnahmequelle. Und: Erst im letzten Jahr hatte er 300.000 Euro in seinen Laden für Renovierungsarbeiten gesteckt. Das Geschäft lief nicht schlecht, aber die sofortige Schließung kann er sich nicht leisten. Er ist auf den Betrieb angewiesen. Existenzängste kommen in ihm hoch.

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Was die Beamten dazu veranlasste, den Laden so plötzlich zu schließen? Eyice İdris hat das Gefühl, dass ihn jemand aus dem Gebäude heraushaben will. Die offizielle Begründung ist eine andere, sie lautet: Verdacht auf Einsturzgefahr. Kurz vor der Schließung erschien ein Statiker im „Chilli Vanilli“ und entdeckte einen Riss im Gemäuer des Kellers. Daraufhin sagte er den Beamten Bescheid, die den Betrieb jetzt bis auf Weiteres geschlossen haben.

„Einsturzgefahr“

Manch einem mag die Reaktion der Beauftragten der Stadt, das Geschäft bei laufendem Betrieb zu schließen, übertrieben erscheinen. Aber seit 2009 in Köln das Stadtarchiv einstürzte, geht man dort lieber auf Nummer sicher – und das wahrscheinlich auch zurecht. Es ist tragisch, dass das „Chilli Vanilli“ nun erst einmal geschlossen bleiben muss. Tragischer wäre es aber, wenn das Gebäude am hellichten Tage in sich und über der Kundschaft zusammenfallen würde.