Bosch kündigt Kahlschlag in Deutschland an – „Er fällt anders aus“

Das Bosch Gebäude hinter einer Begrünung mit Bäumen und einer Abgrenzung. Die Glasfronten scheinen im Sonnenlicht und reflektieren ein gegenüberliegendes Gebäude. Auf dem Dach ist das rote Bosch Logo klar sichtbar.
Symbolbild © istockphoto/lcva2

Bei Bosch kündigt sich ein Kahlschlag an, vor dem die Mitarbeiter in Deutschland sich schon lange fürchten. Der Stellenabbau soll zahlreiche Jobs kosten, doch es zeigen sich auch neue Entwicklungen. Der ursprüngliche Sparkurs soll offenbar anders ausfallen als geplant.

Seit einiger Zeit schwebt ein Schatten über dem Großkonzern Bosch, der nun einen Kahlschlag in Deutschland umsetzen möchte.

Trotz Planänderung – Stellenstreichungen stehen an

So langsam gibt es etwas Klarheit bezüglich der Streichungen, die Bosch offenbar als Teil seines Kahlschlags in Deutschland plant. Laut Medienberichten soll zwar der Rotstift angesetzt werden, jedoch wohl nicht ganz so drastisch, wie vorher angekündet. Dennoch stehen fast 1.000 Mitarbeiter vor einem möglichen Jobverlust.

Bosch gilt als weltweit größter Autozulieferer und verkündete bereits im vergangenen Jahr, dass es am Standort Baden-Württemberg zu einem umfassenden Stellenabbau kommen werde. Der Großkonzern beschäftigt derzeit 429.400 Mitarbeitende. Laut den ursprünglichen Kürzungsplänen sollten 1.250 Stellen wegfallen. Jetzt rudert der Konzern mit seinem Sparkurs etwas zurück.

Hier schlägt der Kündigungshammer zu

Der Mobility-Hauptsitz im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach und das Werk im Kreis Ludwigsburg, in Schwieberdingen, sollen von den Kürzungen am meisten betroffen sein, so Medienberichte. Daraufhin folgten jedoch massive Proteste der Mitarbeitenden. Im Anschluss schien die Konzernführung umzudenken.

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Bosch erklärte indessen im April 2024, dass man eine Milliardensumme investieren und diese in die deutschen Mobility-Standorte stecken wolle. Außerdem suche man bereits nach Lösungen, um weniger Stellen abbauen zu müssen. Dabei schien es nun tatsächlich zu einem für die Mitarbeiter besseren Ergebnis zu kommen.

Weniger Kündigungen, aber mit Einschränkungen

Der Kündigungsschutz wurde bei Bosch nun um zwei Jahre verlängert. Zusätzlich fällt die Kündigungswelle sanfter aus als ursprünglich angenommen. Derzeit ist die Rede von etwa 950 Jobs, die bei Bosch auf der Kippe stehen sollen. Laut Berichten sollen sich diese Arbeitsplätze überwiegend im Bereich der Antriebssysteme in Stuttgart befinden.

„Wir sind ein gutes Stück vorangekommen: Nach anspruchsvollen Verhandlungen haben wir ein Ergebnis erzielt, mit dem wir die dringend nötigen Strukturanpassungen und Kosteneinsparungen realisieren und unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern“, erklärte Stefan Grosch, Bosch-Arbeitsdirektor, jüngst. Mobility-Betriebsratschef Frank Sell fügte hinzu: „Es ist ein großer Erfolg, dass wir noch einmal verbesserte Rahmenbedingungen erreichen konnten“. Im Abschluss hieß es, dass den Mitarbeitenden in „herausfordernden Zeiten faire und unterstützende Angebote“ gemacht werden sollen.