Dunkle Wolken am Bodensee – „Trinkwasserversorgung betroffen“

Der Bodensee in Baden-Württemberg.
Symbolbild

Die Trinkwasserversorgung am Bodensee erleidet aktuell massive Schäden. Das alles wieder in Ordnung zu bringen, wird Zeit und eine Menge Geld kosten. Die Hintergründe dafür sind besonders pikant.

Das „Schwäbische Meer“ ist einer der größten und schönsten Seen in Mitteleuropa. Idyllische Landschaften und historische Städte locken Besucher von überall her an. Aber zurzeit setzen Probleme mit der Trinkwasserversorgung dem Bodensee deutlich zu. Die Schwierigkeiten sind riesig – der Grund dafür „klein“. Eine invasive Art nistet sich in den Wasserleitungen ein und zerstört sie. Reparaturen werden die Region mehrere Millionen Euro kosten. Und das alles aufgrund eines winzigen, unscheinbaren Tierchens.

Bodensee bedroht

Über viele Tiere, die den Weg zu uns finden, freut man sich riesig. Bei der invasiven Art, die jetzt die Trinkwasserversorgung vom Bodensee demoliert, ist das ganz bestimmt nicht der Fall. Sie ist gerade mal vier Zentimeter groß und über die Region rund um das Schwarze Meer hierhergelangt. Ursprünglich stammt sie aus Osteuropa, macht aber den verschiedensten Teilen der Welt zu schaffen. Es handelt sich um die sogenannte Quagga-Muschel. Überall, wo sie auftritt, verhält sie sich invasiv. Das bedeutet, dass sie sich extrem aggressiv verhält und somit andere einheimische Arten verdrängt – und im Fall vom Bodensee auch gleich noch die gesamte Trinkwasserversorgung gefährdet. Wie geht das vonstatten?

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Invasive Art breitet sich aus

Das Gefährlichste an der Quagga-Muschel ist gewiss nicht ihre Größe, aber ihre schier unglaubliche Vermehrungsrate. Im Nu breitet sie sich in neuen Gewässern aus, siedelt dort an und macht aus reichen, diversen Ökosystemen eine Quagga-Stätte. Das liegt auch daran, dass sie riesige Mengen an Plankton aus dem Wasser filtert, auf das andere Organismen essenziell angewiesen sind.

Riesige Schäden

Nun sitzen die kleinen Biester in den Leitungen der Trinkwasserversorgung vom Bodensee fest. Und die Devise lautet nur noch, sie irgendwie loszuwerden. Die heimischen Wasserwerke fahren einiges auf und nehmen mehrere Millionen Euro in die Hand, um das Problem lieber heute als morgen zu beseitigen. Benötigt werden neue Filter sowie größere Leitungen. Außerdem kommen inzwischen auch Molche zum Einsatz. So nennt man Schaumstoff-Stöpsel, die man durch die Leitungen feuert, um möglichst viele der Quagga-Muscheln zu eliminieren. Hoffen wir, dass die Maßnahmen so schnell wie möglich Wirkung zeigen, sodass der Bodensee mitsamt seiner Trinkwasserversorgung die gute Erholungsstätte bleibt, als die wir ihn kennen.