Durchgesickert: Für Millionen Hausbesitzer wird es jetzt noch teurer

Neubauwohnungen und neue moderne Häuser in Gaeufelden im Kreis Boeblingen (Baden-Wuerttemberg)
Symbolbild © imago/Sven Simon

Aufgrund gesetzlicher Änderungen soll es für Millionen Hausbesitzer in Deutschland in Zukunft noch teurer werden. Diese Maßnahmen könnten schon im laufenden Jahr in Kraft treten.

Menschen mit Eigentum werden eher beneidet als bemitleidet. Schließlich müssen sie keine Miete zahlen. Und diese steigen bekanntlich unaufhörlich an, wovon auch Karlsruhe massiv betroffen ist. Doch auch Hausbesitzer haben ihr Päckchen zu tragen. Bei ihnen ist es kein Mieten-Wahnsinn, sondern eine Kosten-Explosion bei der Grundsteuer. Jeder Mensch mit Eigentum weiß, dass diese sowieso seit Jahren in die Höhe schießt. Experten warnen nun, dass bereits im laufenden Jahr die nächste heftige Erhöhung kommt. Vor allem ein Bundesland ist dabei besonders gefährdet.

Grundsteuer müssen diejenigen bezahlen, die ein Grundstück oder eine Immobilie besitzen, salopp auch „Eigentum“ genannt. Da man sie speziell für Finanzierungen der Kommunen einsetzt, wird sie auch von dieser erhoben. Dabei geht es um Straßenbau, Schulen und sonstige öffentliche Einrichtungen. Also eigentlich alles gute Dinge. Nur leider steigen die Abgaben für Hausbesitzer seit Jahren an, und es scheint kein Ende in Sicht. In diesem Jahr müssen sich offenbar Regionen in Nordrhein-Westfalen besonders warm anziehen.

Dass sich die Höhe der Grundsteuer nach dem Wert des Grundstücks oder Hauses richtet, ist erst einmal einsehbar. Wer reich ist, kann auch ein bisschen mehr abgeben. Aber dass einige Kommunen ihren Prozentsatz um 345 Punkte erhöhen, während es woanders gerade mal 5 Prozentpunkte sind, erscheint dann schon etwas willkürlich – und extrem ungerecht für die Hausbesitzer. So geschah es im letzten Jahr doch tatsächlich, dass man in Bad Homburg in Hessen den Grundsteuer-Hebesatz von 345 Prozentpunkten auf satte 690 Prozent verdoppelt hatte.

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Mit durchschnittlich 553 Prozent liegt Hessen sowieso ziemlich weit oben im deutschen Vergleich. In Nordrhein-Westfalen beträgt der Hebesatz aber schon 612 und in Bremen sogar 678 Prozent. Um seine tatsächlich abzugebende Grundsteuer auszurechnen, multipliziert man den Einheitswert der Immobilie zunächst mit einem Steuermessbetrag, der vom Finanzamt festgelegt wird. Danach multipliziert man das Ganze mit Hebesatz. In Oberursel in Hessen liegt der Hebesatz sage und schreibe bei 947 Prozentpunkten.

Ein wenig freuen konnten sich Hausbesitzer im Osten Deutschlands: In Brandenburg, Sachsen und Thüringen fanden im letzten Jahr überhaupt keine Veränderungen statt. Während Rheinland-Pfalz und Hessen am stärksten betroffen waren, scheinen für das laufende Jahr Eigentümer NRWs am gefährdetsten. Die Beschlüsse sind noch nicht unter Dach und Fach, aber feststeht: Ob Mieter oder Besitzer – die Preise steigen überall.