Erstes deutsches Museum verbannt das Wort „Indianer“ endgültig

Im Naturkundemuseum in Karlsruhe steht eine lange Menschenschlange für eine Ausstellung an. Eine bestimmte Veranstaltung knackt nun einen Besucherrekord.
Symbolbild © imago/Schöning

Das Wort „Indianer“ ist bald Geschichte – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses deutsche Museum verbannt diesen historischen Ausdruck jetzt endgültig. Das steckt dahinter.

Wer im 21. Jahrhundert noch veraltete Begriffe benutzt, muss damit rechnen, zensiert zu werden. Auch bestimmte Gerichte oder Straßen hat man inzwischen umbenannt, damit sich niemand angegriffen fühlt. Jetzt verbannt ein deutsches Museum auch das Wort „Indianer“ endgültig.

Berühmtes Werk einfach umbenannt

Die Rede ist vom Museum „Lenbachhaus“ in der bayerischen Hauptstadt München. Hier hängt ein Werk von August Macke aus dem Jahr 1911 – und das bereits seit dem Jahr 1964. Der Titel des Werkes des berühmten Malers heißt: „Reitende Indianer beim Zelt“ – und genau diesen Titel hat das Museum selbst zensiert.  Anstatt des Wortes „Indianer“ sieht man an dieser Stellen nur ein „I“ mit darauffolgenden Sternchen. Auch die englische Übersetzung des Gemäldetitels hat jetzt Sternchen anstelle des Wortes „Indians“.

Mit dem Vorgehen des Museums scheinen jedoch viele Menschen nicht einverstanden zu sein. So steht die Szene des Gemäldes nicht nur bei den Besuchern, sondern auch beim Stadtrat in starker Kritik. Die Intention des Museums war es, den Rassismus der damaligen Zeit zu eliminieren. Das Bild malte August Macke jedoch im Jahr 1911 – in einer Zeit, in der das Wort „Indianer“ dem Zeitgeist entsprach. Aufgrund eines vermeintlichen sprachlichen Korrektur-Zwangs werden immer öfter historische Bezeichnungen in der Literatur oder auch Gerichte umbenannt. Leider hat man sich angemaßt, dies auch bei dem Gemälde zu tun.

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Museum steht in Kritik

Ein Team von Wissenschaftlern hat sich dazu entschieden, das Wort „Indianer“ unkenntlich zu machen. Damit will man verhindern, dass sich betroffene Menschen von dem Bildtitel an die Kolonialisierung erinnert oder verletzt fühlen. Politiker wie Manuel Pretzl von der CSU sehen das jedoch kritisch. In den Medien teilte er mit, dass er dagegen sei, historische Kunstwerke der neuen Zeit anzupassen. Damit greife man in die Kunst selbst ein, was nichts anderes als eine Zensur sei. Er und viele andere Menschen fordern nun eine Rückkehr des kompletten Bildtitels inklusive des Wortes „Indianer“.