Gefahr für Besucher: Gift breitet sich aktuell in der Ostsee aus

Viele Urlauber entspannen an einem weißen Sandstrand vor einem kristallklaren, blauem Meer vor blauem Himmel auf Decken und in diversen Strandkörben, die an der Küste verstreut sind und Schutz vor der Sonne bieten.
Symbolbild © istockphoto/anela

Kurz vor der Badesaison breitet sich Gift in der Ostsee aus und vermasselt vielen Urlaubern die Stimmung. Forscher stellen dazu Untersuchen an, um die konkrete Ursache dieses Ausbruchs zu finden. Ob noch diesen Sommer die Gefahr gebannt sein wird, ist nicht sicher.

Endlich herrscht in Deutschland wieder Sonnenschein und gutes Wetter. Das lange Wochenende zum Sommerbeginn lockte viele Menschen ins Freie, sei es zum Grillen, Radfahren oder sogar zum ersten Baden in Seen und Meeren. Doch an der Ostsee kann letzteres zurzeit gefährlich sein, denn dort breitet sich Gift aus. Experten nehmen sich der Sache an, untersuchen die Schadstoffe und warnen vor jeglichem Kontakt.

Thallium-Belastung in der Ostsee

Forscher der „Woods Hole Oceanographic Institution“ (WHOI) veröffentlichten zur Giftausbreitung in der Ostsee einen Bericht. Darin heißt es, dass die Thallium-Werte im Meeresboden der Ostsee weit über den geltenden Richtwerten liegen. Einige Bohrungen ergaben eine Konzentration von 2,5 Mikrogramm pro Gramm Sediment, was bereits bedenklich ist. Denn eine tägliche Aufnahme von mehr als zehn Mikrogramm Thallium für den Menschen kann sehr gefährlich sein. Es besteht also eine reale Gefahr für Schwimmer in der Ostsee.

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Thallium ist ein toxisches Schwermetall, das bei einer Überdosis zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen kann, darunter Herzstillstand und Lähmungen. Die Ursache für die Kontamination wird in der Zementindustrie vermutet, die bis vor einigen Jahren Thallium-haltige Substanzen unbeachtet in die Ostsee leitete.

Mögliche Folgen und Herausforderungen

Obwohl die aktuelle Belastung noch keine direkten Auswirkungen auf die Wasserqualität hat, könnte die zunehmende Förderung von Renaturierungsprojekten in der Ostsee durch Klimaschutz-Maßnahmen das Problem verschärfen. Die Gefahr ist also erkannt, aber noch längst nicht gebannt. Die künstliche Zufuhr von Sauerstoff könnte gebundenes Thallium im Meeresboden freisetzen, was langfristig zu einer erhöhten Belastung für Mensch und Umwelt führen könnte.

Daher ist es wichtig, dass die Ergebnisse der Untersuchung als Warnsignal dienen und die Zementindustrie sowie Umweltschutzbehörden Maßnahmen ergreifen, um die Thallium-Belastung in der Ostsee zu verringern. Eine weitere Überwachung und Forschung sind notwendig, um die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Ökosystem abzuschätzen.