Kahlschlag: Ganze deutsche Traditionskette steht vor dem Aus

Eine Bedienung an der Käsetheke.
Symbolbild © istockphoto/kzenon

Bei einer weiteren deutschen Traditionskette soll jetzt das Aus anstehen. Dabei trifft es ein Traditionsunternehmen, das im Bereich Feinkost tätig ist.

Eine deutsche Traditionskette soll vor dem Aus stehen. Insgesamt 16 Filialen sind von dem gestellten Insolvenzantrag betroffen.

Lage wird kritischer

Der Feinkosthändler Schlemmermeyer GmbH & Co. KG ist in vielen großen Städten vertreten und bietet seinen Kunden ausgewählte Spezialitäten und Feinkost an. Das Unternehmen gilt als deutsche Traditionskette und soll jetzt allerdings vor dem Aus stehen. Der Delikatessenhändler soll von der Inflation schwer getroffen sein, heißt es.

Zudem verzeichnet der Betrieb offenbar eine Zurückhaltung im Hinblick auf die Kaufkraft der Kunden. Diese trifft die Schlemmermeyer GmbH & Co. KG jedoch nicht allein. Viele andere Einzelhändler stehen vor dem gleichen Problem. In einer Mitteilung heißt es vonseiten der Geschäftsführung: „Seit März 2022 wurde die wirtschaftliche Lage aber zunehmend kritischer, weil sich die rasch steigende Inflation sowohl im Einkauf als auch durch eine Kaufzurückhaltung der Kunden sehr negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung ausgewirkt hat.“

Weitere Gründe für die schwere Situation

Wie in vielen anderen Branchen auch hat der Feinkosthandel mit einem massiven Personalmangel zu kämpfen. Zeitweise mussten daher sogar Filialen schließen. Schon 2019 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden, konnte damals aber dank der erfolgreichen Sanierung durch einen Investor das Schlimmste verhindern. Nun stellt die Schlemmermeyer GmbH & Co. KG jedoch erneut einen Antrag auf Insolvenz.

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In den Filialen soll der Verkauf dabei vorerst wie gewohnt weitergehen, heißt es. In München betreibt der Feinkosthändler drei Filialen. Weitere Standorte gibt es in Augsburg, Bremen, Bonn sowie Darmstadt und Düsseldorf. In Füssen, Hamburg, Hannover, Heidelberg und Karlsruhe sowie Mannheim und Stuttgart finden sich weitere Filialen.

Betrieb geht vorerst weiter

Von dem Insolvenzverfahren sind auch rund 130 Mitarbeiter betroffen, deren Löhne für die kommenden drei Monate jedoch durch das Insolvenzgeld gesichert sein sollen. In der nächsten Zeit sollen die Standorte darauf geprüft werden, ob sie in Zukunft weitergeführt werden können.

Außerdem soll auch eine Suche nach möglichen Investoren und Interessenten angeregt werden. Es werde auch eine Komplettübernahme in Erwägung gezogen, heißt es weiter. Ob die deutsche Traditionskette sich erneut vor dem Aus retten kann, werden die nächsten Monate zeigen.