Nach 100 Jahren: Schufa droht das endgültige Aus in Deutschland

Jemand unterschreibt einen Vertrag auf einem Holztisch. Oben, auf dem Papier, liegen viele Geldscheine. Die 50-Euro-Scheine sind gestapelt. Die Person benutzt einen grünen Kugelschreiber.
Symbolbild © istockphoto/BernardaSv

Der berühmten Schuldnerauskunft Schufa droht in Deutschland das endgültige Aus. Nach 100 Jahren könnte das System jetzt am Ende sein. Durch eine neue juristische Beurteilung wird das gesamte Bewertungssystem infrage gestellt.

Nach hundert Jahren droht der Schufa das endgültige Aus in Deutschland. Durch eine neue Bewertung könnten das System und seine Berechnungen auf der Kippe stehen. Die Hintergründe dazu und warum die Schufa in der Kritik steht.

Das ist die Schufa

Für Ratenzahlungen oder zum Aufnehmen eines Kredits, für das Mieten einer Wohnung oder auch zum Bestellen von Ware – es gibt zahlreiche alltägliche Situationen, in denen Millionen Menschen mit der Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) zu tun haben. Das System bewertet, ob die Person zahlungsfähig und zuverlässig mit der Rückzahlung von Schulden ist.

Jetzt gibt es allerdings eine neue juristische Beurteilung, die die Berechnung dieses Systems und deren Rechtmäßigkeit infrage stellt. Immer wieder gibt es schwere Kritik an der Schufa selbst. Denn diese soll aussagen, wie gut die Bonität einer Person ist. Damit entscheidet sich auch deren Kreditwürdigkeit.

Die Schufa sammelt Daten

Sämtliche Informationen, welche die Schufa sammelt, werden in einem Score-Wert zusammengefasst. Anhand dessen können etwa Banken sehen, ob der Anfragende einen guten oder schlechten Wert hat. Daten wie beim Wechsel eines Stromanbieters, Telefonanbieters oder zur Finanzierung eines Autos, aber auch Unregelmäßigkeiten beim Zurückzahlen von Raten werden bei der Schufa gespeichert. All dies beeinflusst den Score-Wert.

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Die Schufa existiert seit 1927. Immer wieder denken Menschen, dass es sich um eine Behörde handelt, doch dem ist nicht der Fall. Die Schufa ist eine Aktiengesellschaft, an der zahlreiche Handelsunternehmen und Geldinstitute Anteile haben. Ein Gutachter des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg gibt jetzt an, dass die Schufa mit ihrem Score gegen gültiges EU-Recht verstoße.

Gericht soll entscheiden

Der Grund für seine Einschätzung ist, dass die Schufa automatisiert funktioniert und daher eine Maschine über den Score des Menschen entscheidet. Dies jedoch ist laut dem Experten rechtlich nicht tragbar.

Zudem gibt es keine genauen Erkenntnisse darüber, wie die Schufa ihre Berechnungen anstellt, denn dies gilt als Geschäftsgeheimnis. Nun soll ein Gericht entscheiden. Zwar gelten Gutachten nicht als verpflichtend bindend, aber in der Vergangenheit haben sich Gerichte häufig daran gehalten oder zumindest daran orientiert.