Nach 150 Jahren: Traditionelles Familienunternehmen ist insolvent

Arbeiter in Firma.
Symbolbild © istockphoto/industryview

Wie bitter: Erneut trifft es einen familiengeführten Betrieb. Nach fast 150 Jahren musste jetzt ein traditionelles, alteingesessenes Familienunternehmen die Insolvenz anmelden. Offenbar gibt es keine Aussicht auf Rettung mehr.

Ein traditionelles Familienunternehmen musste jetzt in die Pleite gehen. Wie bekannt wurde, habe man jedoch Pläne für die Zukunft.

Familienunternehmen vor dem Aus

2024 scheint erneut ein Jahr zu sein, in dem zahlreiche Betriebe mit dem Überleben zu kämpfen haben. Immer wieder trifft es aktuell Firmen, die sich in Familienbesitz befinden. Jetzt musste nach 150 Jahren ein weiteres traditionelles Familienunternehmen die Pleite anmelden. Schon jetzt gibt es einen neuen Eigentümer der „Breuer Motoren“ in Bochum.

Seit der Coronapandemie sah sich das Bochumer Unternehmen immer wieder mit großen Herausforderungen konfrontiert. So soll sich im Geschäftsjahr 2021 ein Jahresfehlbetrag von 1.903.999 Euro ergeben haben. Und auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine habe bei der Inhaber-Familie Breuer ihre Spuren hinterlassen, wie Medien berichten.

Insolvenz führte zum Erfolg

Kurzfristig gelang es dem Betrieb mittels einer Insolvenz in Eigenregie, das schlussendliche Aus abzuwenden. Tatsächlich kam es auch im weiteren Verlauf zu einer verbesserten Auftragslage. Dennoch scheint das Aus jetzt besiegelt, denn wie es in Medienberichten heißt, haben die 75 Mitarbeiter des Unternehmens bereits in andere Anstellungen gewechselt. In der Folge schluckt die Hauhinco Holding GmbH, Muttergesellschaft der HBT-Gruppe aus Lünen, den Konzern Breuer Motoren rückwirkend zum 1. Januar 2024. Damit steht der Betrieb unabwendbar vor der Auflösung seiner Existenz, wie sie seit knapp 150 Jahren bestand.

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Dirk Linnepe, Breuer-Geschäftsführer, gab gegenüber Medien an, man sei „sehr froh, in der HBT ein an vielen Standorten auf der Welt erfolgreich operierendes Unternehmen gefunden zu haben, das in die alten Bereiche von Breuer investiert“. Zudem betonte er, dass der neue Inhaber den bisher gewählten „Weg in neue Märkte wie E-Mobilität und Öl-, Gas und Geothermiebohrung“ fortsetzen wolle.

Trauriger Abschied

Auch wenn das Unternehmen so weiterleben könne, sei der Verkauf nicht einfach gewesen. Auch die Trennung von den Mitarbeitern sei schwergefallen, aber es sei nun mal „der beste Weg in die Zukunft“, so Linnepe. Nun könne Breuer-Motoren unter der Schirmherrschaft eines großen Konzerns weiter agieren. Der Wettbewerb im Markt sei hart umkämpft, sodass es die passende Entscheidung sei, nicht mehr als „kleiner Einzelkämpfer“ weiterzumachen. In Zukunft soll der Standort von Bochum nach Lünen verlagert werden, so die Pläne des neuen Eigentümers.