Nach über 70 Jahren: Deutscher Traditions-Modekonzern ist pleite

Ein Schuhladen hat ein Rabattangebot für Schuhe im Schaufenster stehen. Das rote Schild zeigt einen Sale an und oben sehen Kunden einen sportlichen Schuh ausgestellt.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Ein deutscher beliebter Traditions-Modekonzern ist offenbar pleite und muss nun endgültig schließen. Erste Medien berichten über die Insolvenz und die fehlgeschlagenen Rettungsversuche, die dem Unternehmen nicht mehr helfen konnten.

Erneut erschüttert eine Insolvenz die deutsche Wirtschaft und den deutschen Einzelhandel. Ein Traditions-Modekonzern ist in die Pleite gerutscht.

Traditionsunternehmen meldet Insolvenz an

Traurig, aber wahr: Es gibt schon wieder eine Meldung über eine Insolvenz. Es trifft dieses Mal einen deutschen Traditions-Modekonzern, der seine Pleite jetzt bekannt gab. Der Betrieb ist familiengeführt und existierte bis heute 71 Jahre lang. Sowohl die Kunden als auch Experten sind von der Insolvenz getroffen.

Das renommierte Textilunternehmen Bodo Jagdberg aus Unterfranken hat beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Insolvenzantrag eingereicht. Der Familienbetrieb, der seit 1953 in der Mode- und Textilbranche tätig ist, sieht sich indessen mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Gegründet von Bodo Jagdberg, hat sich das Unternehmen über die Jahrzehnte hinweg einen Namen gemacht.

Das Angebot umfasst eine Vielzahl von Artikeln, darunter Knöpfe, Labels, Gürtel und Taschen. Ein Großteil dieser Produkte wird direkt am Standort in Aschaffenburg produziert, was daher auch für hohe Qualität und eine enge Verbindung zur Region steht. Der Traditions-Modekonzern ist nicht nur in Deutschland aktiv, aber nun leider pleite.

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International bekannt – Modekonzern vor dem Aus

Das Unternehmen unterhält auch Standorte in Hongkong und der Türkei. Trotz dieser weltweiten Präsenz bleibt der Hauptsitz und das Herz des Unternehmens in Aschaffenburg. Kürzlich reichte Bodo Jagdberg beim Amtsgericht Aschaffenburg den Insolvenzantrag ein.

Die Nachricht kam recht plötzlich, insbesondere, da Geschäftsführer Knut Jagdberg noch im letzten Jahr in einem Interview mit einer Fachzeitschrift Optimismus verlauten ließ. Damals sprach er von der Notwendigkeit eines Umdenkens angesichts von Lieferverzögerungen, Preisschwankungen und Produktionsengpässen, speziell im asiatischen Markt.

Ursachen und unklare Zukunft

Ob diese Herausforderungen letztendlich zur Insolvenz geführt haben, ist bislang nicht bestätigt. Das Unternehmen hat sich zu den genauen Gründen der Insolvenz bisher nicht geäußert. Ebenso unklar ist, was mit den rund 1.500 Angestellten geschehen wird, die von der Insolvenz betroffen sind. Diese Hemmung stellt eine erhebliche Belastung für die Belegschaft dar und wirft Fragen zur Zukunft des Traditionsunternehmens auf.

Die Insolvenz von Bodo Jagdberg ist ein weiteres Beispiel für die schwierigen Bedingungen, denen Unternehmen in der heutigen globalisierten und volatilen Wirtschaft ausgesetzt sind. Steigende Preise für Rohstoffe, stark wechselnde Nachfrage und komplexe Lieferketten stellen erhebliche Herausforderungen dar. Wie das Unternehmen und seine Angestellten diese Krise bewältigen werden, bleibt abzuwarten.