Nach Wolf: Nächstes Wildtier soll heimisch werden in Deutschland

Tiere im Wald mit Pfeil.
Symbolbild

Immer häufiger werden große Wildkatzen in deutschen Wäldern gesichtet. Sie scheinen sich hierzulande durchaus wohlzufühlen, daher soll das Wildtier jetzt bewusst in Deutschland angesiedelt werden.

Wer an Wildkatzen denkt, denkt an exotische Orte in Afrika oder Asien. Die einzigen Katzen, die hierzulande noch bis vor einigen Jahrzehnten angetroffen werden konnten, waren kleine Hauskatzen. Doch das ist Vergangenheit, ein bestimmtes Wildtier scheint sich mittlerweile auch in Deutschland heimisch zu fühlen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) möchte die Gelegenheit nutzen und das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ ins Leben rufen. Ziel ist, Lebensräume in Niedersachsen zu schaffen und die Anzahl der Tiere dort aktiv zu erhöhen.

Unglaublich

Wer hätte gedacht, dass das Wildtier sich auch jetzt schon in relativ großer Zahl in Deutschland ausgebreitet hat? Der BUND geht davon aus, dass bei heutigem Stand bereits etwa 800 europäische Wildkatzen in niedersächsischen Wäldern leben. Erkennen kann man die gefährdete Tierart zum Beispiel an dem sehr buschigen und gestreiften Schwanz. Die Tatsache, dass man kaum etwas von ihnen hört, liegt wohl daran, dass die Tiere extrem scheu sind. Sie leben vor allem versteckt und scheuen den Kontakt zu den Menschen.

Vor allem die Region Solingen scheint einen artgerechten Lebensraum darzustellen, denn hier leben alleine 400 Exemplare. Weitere 200 haben den niedersächsischen Teil des Harzes zu ihrer Heimat gemacht. Experten berichten, dass die Anzahl der Wildkatzen in dem Bundesland stetig steigt. So gehen die Experten davon aus, dass die Katzen sich bereits heute in jedem Wald in Südniedersachsen herumtreiben. Mit dem Projekt unterstützt der BUND die Ausbreitung innerhalb der nächsten sechs Jahre dadurch, dass er mehr Lebensräume für die Tiere schafft.

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Mehr Lebensräume

Der Bund möchte auch in den restlichen Teilen von Deutschland Lebensräume für das Wildtier bereitstellen. Scheinbar gibt es momentan noch nicht genügend Orte, an denen sich die Wildkatzen wohlfühlen, weshalb der BUND die bestehenden Wälder und Wiesen für die Tiere ausbaut. In dem Zuge wurden bereits vergangenen Oktober die ersten neuen Bäume und Sträucher im südlichen Heidekreis angepflanzt. Insgesamt 900 Neupflanzungen bilden schon bald eine Art Heckenstruktur, welche die Tiere entlang von Ackerflächen in den Wald führt.

Aktuell erweitern die Mitarbeiter des Projektes die bestehenden Wälder und Wiesen. Da die Tiere gerne abgeschieden leben, ist es wichtig, ihnen ruhige Innenwälder abseits von Lärm und Trubel zu erschaffen. Um ihnen ein solches Leben zu ermöglichen, kümmert der BUND sich daher vor allem darum, Totholz sowie Sträucher so zu platzieren, dass die Tiere abgeschirmt leben können.