Neue Erkenntnis: In der Rente arbeiten bringt viele Vorteile mit sich

Ein älterer Mann arbeitet als Müllmann.
Symbolbild © istockphoto/ AlexLinch

Wer lange Jahre gearbeitet hat, der freut sich sicherlich auf seinen Ruhestand. Doch eine neue Studie zeigt jetzt auf, dass es für viele Menschen große Vorteile mit sich bringen kann, während der Rente weiterhin zu arbeiten.

Nicht jeder möchte sich im Alter auf die faule Haut legen. Offenbar gibt es immer mehr Senioren, die auch in der Rente arbeiten und so einige Vorteile erhalten.

Neue Studie untersucht Lebenszufriedenheit im Alter

Der Ruhestand ist ein Lebensabschnitt, auf den viele Arbeitnehmer lange hingearbeitet haben. Doch ist er wirklich so erfüllend, wie wir es uns vorstellen? Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) wirft ein neues Licht auf diese Frage und zeigt, dass der Übergang in den Ruhestand nicht für jeden gleichermaßen positiv verläuft. So mancher möchte auch während seiner Rente weiterhin arbeiten und die Vorteile genießen.

Insbesondere diejenigen, die weiterhin einer Beschäftigung nachgehen, könnten einen entscheidenden Vorteil haben. Die Forschung des IW offenbart, dass zwischen den 60- und 70-Jährigen erhebliche Unterschiede in der Lebenszufriedenheit bestehen. Diese hängen eng mit ihrer Beschäftigungssituation zusammen.

„Silver Worker“ wollen arbeiten

Besonders hervorzuheben unter den arbeitenden Rentnern sind dabei die 66- bis 70-jährigen Erwerbstätigen, auch bekannt als „Silver Worker“. Diese Gruppe zeigt eine bemerkenswert hohe Lebenszufriedenheit, die laut IW vorwiegend auf die Bedeutung sozialer Kontakte zurückzuführen ist. Es ist nicht primär die finanzielle Motivation, die sie antreibt, sondern vielmehr die Möglichkeit, sich auszutauschen, gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen und Teil einer Gemeinschaft zu sein.

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Für viele Rentner fällt mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben nicht nur die Arbeit weg. Sie verlieren auch einen wichtigen Teil ihres sozialen Netzwerks. Der Übergang in den Ruhestand kann somit erschwert sein, da strukturierte Tagesabläufe und gemeinsame Aktivitäten wegfallen. Vor allem bei Frührentnern zwischen 61 und 65 Jahren ist die Lebenszufriedenheit tendenziell niedriger. Das führen Experten auf die mangelnde soziale Integration zurück.

Die Rente ist nicht für jeden gleich

Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass der vorzeitige Ausstieg aus dem Berufsleben keine Garantie für ein erfülltes Dasein als Rentner ist. Jennifer Potthoff vom IW betont, dass sich diejenigen, die trotz dieser Erkenntnisse möglichst bald in den Ruhestand gehen möchten, vor dem Renteneintritt über die Möglichkeiten informieren sollten, ihren Anspruch zu erhöhen.

Die Daten für diese Studie stammen aus dem „Sozioökonomischen Panel“ des Instituts, das seit 1995 regelmäßig die Lebenszufriedenheit der Bevölkerung erfasst. Seit 2005 ist hier ein positiver Trend zu verzeichnen, was darauf hindeutet, dass die durchschnittliche Lebenszufriedenheit der Deutschen gestiegen ist.