Niemals anfassen: Mysteriöse schwarze Beutel hängen an Bäumen

An einer Eiche hängt ein schwarzer Beutel, der mit einem Ring um den Baumstamm befestigt ist. Dies soll eine Falle gegen die Eichenprozessionsspinner und deren Raupen sein.
Symbolbild © imago/blickwinkel

Schwarze Beutel hängen in den Bäumen und sorgen jetzt in vielen Regionen Deutschlands für Fragen. Besorgte Bürger wollen wissen, was es mit den kuriosen Säcken auf sich hat. Experten warnen jedoch davor, diesen Installationen nahezukommen.

Viele haben bereits davon berichtet und sie gesehen. Die Rede ist davon, dass schwarze Beutel oder kleine Säcke an den Bäumen befestigt sind.

Vorsicht beim Spaziergang

Der Spaziergang durch die Natur ist für viele Menschen eine beliebte Tradition. Doch selbst idyllische Wälder bergen ihre Gefahren. Experten warnen jetzt davor, sich einer dieser Installationen zu nähern. Es besteht ein großes Risiko für Menschen und Tiere. Denn hierbei hängen schwarze Beutel an den Bäumen, die auf keinen Fall berührt werden sollten.

Es handelt sich um Gebilde des Eichenprozessionsspinners. Diese unscheinbare Raupe entwickelt zwischen Mai und Juni giftige Brennhaare, die für den Menschen gesundheitliche Risiken bergen. Sie befällt, wie der Name schon sagt, bevorzugt Eichen. In den Monaten Mai und Juni sind seine Raupen besonders gefährlich, da sie Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein entwickeln. Diese feinen Haare können durch den Wind verbreitet werden und bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten starke Reizungen verursachen. Symptome können Juckreiz, Hautausschläge und in schweren Fällen Atembeschwerden sein.

Erkennung und Vorbeugung: Schwarze Beutel am Baum

Ein eindeutiges Zeichen für den Befall durch den Eichenprozessionsspinner sind spezielle Fallen am Baumstamm. Diese sogenannten EPS-Fallen bestehen aus einem Beutel, der um den Baumstamm herum angebracht wird. Wenn man solche schwarze Beutel an Bäumen sieht, ist es ratsam, den Bereich zu meiden. Diese Fallen sind ein effektives Mittel, um die Raupen zu fangen und deren Brennhaare unschädlich zu machen.

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Die EPS-Falle arbeitet ohne den Einsatz von Gift. Sie nutzt das Verhalten der Raupen aus, die in ihrer typischen Prozession den Stamm hinunterkrabbeln. Auf der Suche nach einem dunklen Versteck gelangen die Raupen durch ein Rohr in den schwarzen Beutel, der innen glatt beschichtet ist, sodass sie nicht mehr herausklettern können. Pheromone locken die Tiere zusätzlich in die Falle.

Ein weiterer Vorteil der Falle ist, dass die Brennhaare der Raupen nicht mehr durch die Luft fliegen können. Der Beutel ist mit Sand beschwert, damit er nicht herumflattert, und die Raupen vertrocknen deshalb, da Wärme bei Sonneneinstrahlung entsteht.

Spaziergänger sollten Abstand halten!

In besonders stark betroffenen Gebieten befinden sich neben den Fallen auch Warnschilder, die auf den Befall hinweisen und teilweise sogar vom Betreten bestimmter Areale abraten. Diese Maßnahmen dienen der Sicherheit und jeder sollte sie unbedingt beachten.

Wer in den Monaten Mai und Juni durch Wälder spazieren möchte, sollte besonders aufmerksam sein und die beschriebenen Anzeichen für den Befall durch den Eichenprozessionsspinner beachten. Bereiche mit EPS-Fallen sollte man meiden und auf Warnschilder achten.