Plötzlicher Umsatzeinbruch: Standorte in Deutschland gefährdet

Ein Mitarbeiter an einer Maschine.
Symbolbild © imago/ Rainer Unkel

Ein Umsatzeinbruch bei einem großen Unternehmen macht sich jetzt besonders stark bemerkbar, denn dadurch sind auch Standorte in Deutschland in Gefahr. Die Branche kämpft nach wie vor mit der aktuellen Situation, was auch an den großen Konzernen nicht spurlos vorbeigeht.

Ein Umsatzeinbruch kann sowohl Standorte im Ausland als auch in Deutschland in Gefahr bringen. Dies zeigt jetzt auch die Situation bei BSH.

Umsatzeinbruch und Strategien für die Zukunft

Die Bosch-Tochter BSH muss für das Jahr 2023 einen Rückgang der Umsätze von über fünf Prozent verzeichnen, wobei insbesondere die Geschäfte in Nordamerika und China schwächeln. Doch das Unternehmen aus München gibt sich optimistisch und plant Strategien, um die Trendwende zu schaffen. Dennoch zeigt der Umsatzeinbruch auch, dass Standorte in Deutschland gefährdet sein könnten.

Neben den globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der allgemeinen Weltwirtschaftslage sieht sich BSH auch einem intensiven Wettbewerb aus China und Korea gegenüber. Die bekannten Marken wie „Siemens“, „Neff“ und „Gaggenau“ verlieren zunehmend Anteile am Markt, trotz des kurzen Booms während der COVID-19-Pandemie.

Druck in Nordamerika und China

Trotz des Umsatzrückgangs konnte das Unternehmen 2023 schwarze Zahlen schreiben. Dies betont die Notwendigkeit der Rentabilität, um im weltweiten Wettbewerb zu bestehen. Besonders in Nordamerika und China spürt BSH den Druck der Konkurrenz. In den Vereinigten Staaten und Kanada sank der Umsatz im Jahr 2023 um 11,3 Prozent, hauptsächlich aufgrund schwacher Nachfrage und eines wettbewerbsintensiven Umfelds.

Auch in China verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 10,5 Prozent, bedingt durch negative Währungseffekte und die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft. Marken wie Haier, Midea, LG und Samsung üben mit niedrigen Preisen und innovativen Produkten Druck aus, insbesondere auf jüngere Käufer.

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Investitionen in neue Märkte und Entwicklungen

BSH plant, dem Wettbewerb in China die Stirn zu bieten. Dazu sollen die Marke Bosch sowie Flagshipstores gestärkt werden. In Europa sorgen die Kaufzurückhaltung und der Einbruch der Immobilienmärkte aktuell für rückläufige Verkaufszahlen. Dennoch gelang es, den Umsatzrückgang durch höhere Durchschnittserlöse zu begrenzen. Um neue Märkte zu erschließen, investiert BSH derzeit in Indien und plant dort Standorte für die Produktion sowie für den Vertrieb.

Die Markteinführung von Geschirrspülmaschinen könnte das Potenzial in diesem Markt erheblich steigern, so Berichte. Angesichts der momentanen Herausforderungen plant BSH Einsparungen von Kosten und einen Abbau von Stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Gleichzeitig investiert der Konzern die Rekordsumme von rund 850 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung, um innovative Produkte wie die „Cookit“ Küchenmaschine und einen Premium-Backofen von Siemens voranzutreiben.

Digitale Expansion in China

BSH erweitert seine digitalen Aktivitäten in China und setzt auf Live Shopping, um Produkte über Online-Plattformen aus China zu verkaufen. Das digitale TV-Shopping soll helfen, Anteile am Markt zu sichern und sich gegen die starke Konkurrenz aus Asien zu behaupten.

Trotz der aktuellen Herausforderungen ist BSH entschlossen, Geld in Neuerungen zu stecken und einen klaren Fokus auf Einträglichkeit zu legen. So soll die Trendwende zu schaffen sein. So möchte sich der Konzern dauerhaft im weltweiten Markt der Hausgeräte zu behaupten.