Regierung ändert Ernährungspläne: Millionen Menschen betroffen

Eine Frau packt Lebensmittel in Tupperware in den Kühlschrank.
Symbolbild © istockphoto/Group4 Studio

Die Regierung stellt nun neue Ernährungspläne vor, welche das Leben von Millionen Menschen betreffen könnten. So soll sichergestellt werden, dass jeder echte Auswahlmöglichkeiten für eine gesunde Ernährung hat.

Der Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) stellt nun neue Ernährungspläne vor, welche das Leben von Millionen Menschen grundlegend verändern könnten. Die Regierung strebt an, den Konsum von Fleisch, Zucker und Salz zu vermindern und gleichzeitig die Verwendung von Bio- und Regionalprodukten zu unterstützen.

Mehr Auswahlmöglichkeiten für gesunde Ernährung

Die neu angelegte Strategie „Gutes Essen für Deutschland“ zielt darauf ab, gesunde Essensmöglichkeiten besser zugänglich zu machen. Dies gilt besonders für Orte, wo Menschen regelmäßig speisen, wie Firmen, Schulen und Supermärkte. Angesichts alarmierender Zahlen, die belegen, dass mehr als jeder zehnte Deutsche an Diabetes erkrankt ist und eine ungesunde Ernährung für 14 Prozent der Todesfälle verantwortlich ist, erkennt die Regierung die dringende Notwendigkeit, zu handeln.

Bundesagrarminister Özdemir unterstreicht sein Bestreben, sicherzustellen, dass jeder echte Auswahlmöglichkeiten für eine gesunde Ernährung hat. Die Strategie konzentriert sich besonders auf Verpflegungseinrichtungen wie Kantinen und Mensen, die täglich von etwa 17 Millionen Menschen frequentiert werden. Bis zum Jahr 2030 sollen verbindliche Qualitätsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eingeführt werden.

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Beschränkungen bei der Werbung von ungesunden Produkten

Ein weiteres Ziel besteht darin, allen Kindern in Kindergärten und Schulen ein kostenloses und gesundes Mittagessen anzubieten, wobei der Bund zumindest die Hälfte der anfallenden Kosten übernehmen sollte. Özdemir unterstreicht, dass schmackhaftes, gesundes und nachhaltiges Essen nicht von finanziellen Möglichkeiten oder der familiären Herkunft abhängig sein sollte.

Die Strategie sieht auch Beschränkungen bei der Werbung für ungesunde Produkte vor, besonders solche, die sich an Kinder richten. Diese Maßnahme erfährt jedoch vor allem von der FDP Widerstand. Die Reaktionen auf die Strategie sind gemischt. Verbraucherzentralen und Umweltorganisationen betrachten sie als einen ersten positiven Schritt, fordern jedoch konkretere Maßnahmen. Innerhalb der Koalition herrscht Uneinigkeit. Die SPD sieht darin einen Meilenstein für soziale Gerechtigkeit, während die FDP skeptisch bleibt und eine Bevormundung von Landwirtschaft und Verbrauchern ablehnt.