Trotz Rekordgewinnen: Getränkehersteller führt Stellenabbau ein

Silberne, große Maschinen im Inneren einer Fabrik waschen Glasflaschen in einer industriellen Spülmaschine. Die Flaschen stehen auf dem Fließband nah beieinander.
Symbolbild © istockphoto/K_Thalhofer

Ein bekannter Getränkehersteller führt einen drastischen Stellenabbau ein, und das, obwohl das Unternehmen zuletzt einen hervorragenden Umsatz gemacht hat. Die Firma schickt fast 80 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit.

Die Geschichte des führenden Herstellers von prickelndem Wein erfährt eine unerwartete Wende. Trotz Rekordgewinnen muss der Getränkehersteller drastische Maßnahmen ergreifen und führt nun einen Stellenabbau ein. Die anhaltende Trockenheit in einigen Weinanbaugebieten Südeuropas stellt eine existenzielle Bedrohung dar.

Die anhaltende Trockenheit trifft die Weinbranche stark

Die aktuellste Ankündigung von Henkell Freixenet verkündet einen historischen Höchststand im Umsatz, aber im Hintergrund gibt es Unruhe. Die fortwährende Trockenheit bedroht die Produktion des beliebten spanischen Sektweins Cava in Katalonien. Als Folge davon müssen laut Angaben des Unternehmens fast 80 Prozent der Belegschaft vorübergehend in Kurzarbeit gehen. Diese drastische Maßnahme betrifft hauptsächlich die Mitarbeiter der spanischen Tochterfirma Grupo Freixenet. Trotz des bemerkenswerten Anstiegs des Umsatzes im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent auf stattliche 1,48 Milliarden Euro stehen die Verantwortlichen vor großen Herausforderungen. Die Trockenheit in Spanien erreicht historische Ausmaße, mit Berichten über die schlimmste Dürre seit Jahrhunderten. In der Penedes-Region sind sogar 30 Jahre alte Weinreben aufgrund von Wassermangel abgestorben.

Lesen Sie auch
Traditions-Aus: Kaufhaus schließt seine Türen in deutscher Großstadt

Krisensituation sorgt für Entlassung von 615 Mitarbeitern

Die Unternehmensführung betont, dass das Unternehmen trotz der aktuellen Krisensituation Gewinne verzeichne. Doch es herrscht Unsicherheit über die Zukunft des Betriebs. Andreas Brokemper, der Vorsitzende der Geschäftsführung, sieht Hoffnung in der starken Kundenbindung und den aufkommenden Trends. Trotzdem bleibt die Frage offen: Kann das Unternehmen seine Existenz sichern, indem es fast 80 Prozent seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt?

Die Entscheidung, vorübergehend Mitarbeiter zu entlassen, wurde den zuständigen Behörden und Gewerkschaften präsentiert, aber die genauen Einzelheiten sind noch unklar. Der geplante Stellenabbau wird voraussichtlich ab Mai etwa 615 Mitarbeiter betreffen. Die Hoffnung ruht nun auf einem Plan, der das Unternehmen durch diese schwierige Zeit führen soll. Die Zukunft von Freixenet hängt nicht nur von externen Faktoren wie den Wetterbedingungen ab, sondern auch davon, wie geschickt es gelingt, auf unvorhergesehene Hindernisse zu reagieren.