Deutsche Modekette insolvent: Jetzt müssen alle Filialen schließen

Geschlossenes Geschäft in der Innenstadt
Symbolbild © imago/Ralph Peters

Das Jahr beginnt mit einigen schlechten Nachrichten für Unternehmen. Eine bekannte deutsche Modekette geht endgültig insolvent. Als Folge muss Rübsamen seine Filialen schließen. Zur großen Enttäuschung vieler Kunden und aller Mitarbeiter, die bis zum Schluss doch noch auf Rettung gehofft haben.

Ein Kapitel in der Welt der Mode geht zu Ende. Die renommierte Unternehmensgruppe Rübsamen, zu der das Textilhaus Rübsamen GmbH & Co. KG gehört, steht vor dem endgültigen Aus. Dies bedeutet, dass die deutsche Modekette insolvent ist und alle 15 Filialen schließen muss. Dadurch verlieren rund 100 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Das traurige Ende einer Mode-Tradition

Das Modehaus Rübsamen war seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Modewelt und eine Institution in vielen Städten. Mit 15 Filialen war das Unternehmen nicht nur ein Handelsriese, sondern auch ein Arbeitgeber für viele Menschen. Die ersten Schließungen werden bereits in diesem Monat erfolgen, während der Rest Ende April oder im Mai folgen wird. Zumindest ein kleines Trostpflaster für alle Beteiligten also, dass noch etwas Zeit bleibt, sich ordentlich zu verabschieden. Den Beschäftigten gibt diese Situation darüber hinaus Zeit, eine neue Stelle im Einzelhandel zu finden.

Die Entscheidung zur Schließung kam nach einem vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren im September 2023. Ursprünglich sollten acht Filialen erhalten bleiben, doch die anhaltende Verschlechterung der Liquidität zwang das Unternehmen zu dieser schmerzlichen Entscheidung. Die Mitarbeiter stehen nun vor unsicheren Zeiten und die Modebranche verliert eine traditionsreiche Marke.

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Suche nach einem Retter

In den turbulenten Zeiten der Insolvenz war die Rettung durch einen Investor die letzte Hoffnung. Generalbevollmächtigter Dr. Paul Abel bedauerte, dass trotz intensiver Suche kein Retter gefunden worden sei. Die Gründe hierfür seien vielfältig, von wirtschaftlichen Unsicherheiten bis hin zu einem sich wandelnden Modeeinzelhandel. Das Insolvenzverfahren läuft derweil weiterhin beim Amtsgericht Augsburg.

Bis zur endgültigen Schließung der Filialen können Kunden weiterhin vor Ort einkaufen, online bestellen und Ware umtauschen. Doch das Ende einer Ära zeichnet sich unaufhaltsam ab, während Mitarbeiter, Kunden und die Modebranche insgesamt einen bedeutenden Verlust bedauern. Der Wegfall eines solch etablierten Modehauses wird nicht nur lokal, sondern auch in der Branche insgesamt spürbar sein und viele fragen sich, welches Modehaus die Lücke füllen wird, die Rübsamen hinterlässt. Nach vielen Pleitewellen des letzten Jahres, wo einige große Namen in Baden-Württemberg schließen mussten, setzt sich dieser traurige Trend leider auch 2024 fort.