Deutsche Traditionsfirma streicht hunderte Stellen und schließt Werk

Luftaufnahme von Solar-Photovoltaik-Panels
Symbolbild © istockphoto/Asia-Pacific Images Studio

Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland ist eine echte Herausforderung für viele Firmen. Jetzt schließt ein deutsches Traditionsunternehmen ein ganzes Werk und streicht hunderte Stellen.

Die Zahl der Insolvenzen steigt seit Monaten rasant, denn die Inflation in Kombination mit der schwachen Konjunktur trifft viele Unternehmen hart. Ins Straucheln geraten ist auch der Spielwarenhersteller Haba mit Sitz in Oberfranken. Das Insolvenzverfahren ist seit September in vollem Gange und im Zuge dessen wird drastisch umstrukturiert. Von einem Werk in Sachsen-Anhalt trennt sich die Firma komplett. Und das ist nicht alles, denn Haba streicht auch hunderte Stellen in Bad Rodach. Wir berichten, wie es um den angeschlagenen Konzern steht und welche Pläne die Inhaberfamilie für die Zukunft hat.

Neue Pläne

Ursprünglich lag der Fokus der Firma auf Spielzeuge, die Kinder gezielt in ihrer Entwicklung begleiten. Doch mit den Jahren kamen auch weitere Geschäftsbereiche dazu. Heute ist klar, dass nicht alle erfolgreich genug sind, um wirtschaftliche Krisenzeiten zu überstehen. Nachdem das Unternehmen monatelang unter den Folgen der Corona-Krise und den Auswirkungen der Inflation gelitten hatte, reichten die Verantwortlichen im September den Antrag auf Insolvenz ein.

Seitdem arbeitet die Firma an der Umsetzung des in dem Zusammenhang vorgelegten Sanierungskonzeptes. Das gesamte Unternehmen soll umstrukturiert werden und in dem Zuge werden auch einige Geschäftsbereiche dichtgemacht. Der Fokus soll in Zukunft wieder voll und ganz auf der Entwicklungsförderung von Kindern liegen. Die Verantwortlichen haben jetzt verkündet, dass das Werk für Schulmöbel in Eisleben daher im Januar abgegeben wird. Klar ist mittlerweile außerdem, dass die Firma hunderte Stellen streicht.

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Es gibt Hoffnung

Das Traditionsunternehmen will neu durchstarten und um auf die Beine zu kommen, streicht das Unternehmen hunderte Stellen am Firmensitz in Bad Rodach. Doch die Firma lässt die etwa 500 Angestellten nicht hängen, sondern übernimmt sie in eine Transfergesellschaft. Damit sollen die Mitarbeiter die Möglichkeit bekommen, sich während der sechsmonatigen Laufzeit neu zu orientieren.

Die IG Metall hat sich zuvor für diese Lösung starkgemacht, denn die Transfergesellschaft war nicht von Anfang an geplant. Die Coburger-IG-Metall-Beauftragte Nicole Ehrsam ist der Meinung, dass das Unternehmen nicht aufgrund mangelnder Qualität in Schieflage geraten sei. Sie ist der Überzeugung, dass einiges im Management des Unternehmens schiefgelaufen sei und so denkt sie gleichzeitig, dass die Firma nach wie vor Zukunft hat. Planmäßig soll das Insolvenzverfahren im Februar abgeschlossen werden und Haba hofft, sich besonders im Bereich der Einrichtung von Tagesstätten etablieren zu können. Denn hier herrscht laut der Vertriebsmanagerin Stefanie Frieß großer Bedarf. Mit Haba pro ist der Konzern seit langem Marktführer für Möbel für Kinderbetreuungseinrichtungen und möchte sich in den kommenden Jahren mehr Aufträge von den Kommunen sichern.