Drogerie bangt: Neue Regel betrifft wohl bald alle dm-Filialen

Ein großer Ansturm vor einer DM-Filiale.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Es gibt eine neue Regel, die demnächst wohl alle dm-Filialen betreffen wird. Es handelt sich dabei um eine Regeländerung der EU-Kommission, die 94 Prozent der Produkte beeinflussen könnte.

Die Besorgnis ist momentan groß bei den Unternehmen dm und Alnatura: Eine neue Regel könnte schon bald die Qualität vieler Produkte in allen dm-Filialen negativ beeinflussen. Bio-Lebensmittel erfreuen sich in Deutschland zunehmender Popularität und sowohl Supermärkte als auch Drogerien präsentieren eine vielfältige Palette dieser Produkte.

Bio-Produkte könnten bald gentechnisch verändert sein

Die Herausforderung für die Unternehmen dm und Alnatura besteht darin, sich an die strikten Vorgaben für die Produktion von Bio-Lebensmitteln zu halten. Das Label „Bio“ bedeutet beispielsweise, auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln zu verzichten und stattdessen organischen Dünger wie Kompost zu verwenden. Kunden legen jedoch nicht nur Wert auf die Qualität der Lebensmittel. Sie achten auch auf das Wohl der Tiere, die für die Fleischproduktion dienen.

Die aktuelle Besorgnis entsteht durch eine geplante Regeländerung der EU-Kommission, die das Gentechnik-Verbot für Bio-Lebensmittel infrage stellt. Gemäß dem neuen Vorschlag müssten Hersteller ihre Verpackungen lediglich minimal kennzeichnen, wenn sie gentechnisch veränderte Nutzpflanzen enthalten. Der Grenzwert liegt bei 0,9 Prozent. Dies könnte dazu führen, dass 94 Prozent aller Produkte, die mittels neuer Gentechniken erzeugt wurden, für Kunden nicht mehr eindeutig erkennbar wären.

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dm und Alnatura wollen mehr Transparenz in der Lebensmittelproduktion

In einem offenen Brief an den Vorsitzenden der Fraktion der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, äußern Unternehmen wie dm und Alnatura ihre Bedenken. Die Europäische Volkspartei spielt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung neuer Gesetze zur Gentechnik. Die Unternehmen betonen, dass sie nicht grundsätzlich gegen genetische Verfahren seien. Sie wollen vor allem die Transparenz in der Lebensmittelproduktion gewahrt sehen. Die Verhandlungen zu diesem heiklen Gesetz sollen im Februar starten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Kunden, die großen Wert auf Gentechnikfreiheit legen, könnten bald vor entscheidenden Problemen stehen.