Dunkle Wolken: Bekannte Lebensmittel-Marke meldet Insolvenz an

Ein Mann mit Einkaufswagen und Maske kauft beim Lebensmittel-Markt Netto ein.
Symbolbild © imago/Manfred Segerer

Jetzt ist die nächste Pleite offiziell bestätigt. Obwohl diese Lebensmittel-Marke viele treue Fans hatte, muss sie nun leider Insolvenz anmelden. Der Chef gibt sich selbst die Schuld.

Durch sein innovatives Geschäftsmodell konnte dieses Unternehmen binnen kürzester Zeit unzählige Fans für sich gewinnen. Aber schlechtes Wirtschaften hat dem Start-up schließlich den Garaus gemacht. Das gibt der Chef und Erfinder sogar selbst zu. Jetzt ist bekannt geworden, dass der inspirierende Lebensmittel-Händler Insolvenz anmelden muss. Die Tragik dahinter betrifft nicht nur das Geschäft selbst.

Schlecht gewirtschaftet

Wir würden auch gern über etwas anderes berichten, aber die Schließungen verschiedenster Unternehmen reihen sich einfach endlos aneinander. Und vor der Pleitewelle sind auch die Großen am Markt nicht gefeit. Sogar Kaufland muss gleich mehrere Standorte dichtmachen. Doch während der Supermarkt-Riese zum Glück noch überleben kann, geht dieser Lebensmittel-Händler aus Berlin vollends in die Insolvenz. Trotz hoher Nachfrage für gerade dieses Geschäftsmodell hat sich das Unternehmen heruntergewirtschaftet. Nach nur sieben Jahren Lebensdauer ist Sirplus pleite.

Innovatives Geschäftsmodell

Menschen aus Berlin, die sich für die Rettung von Lebensmitteln interessieren, kennen den Laden gut. 2017 hat Raphael Fellmer das Start-up gegründet. Die Idee war so einfach wie beliebt. Hier verkaufte man Lebensmittel, die woanders schon weggeschmissen wurden. Und ja, die Produkte waren allesamt noch gut. Nur leider ist in Deutschland die Regelung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum so streng. Deshalb wirft man in vielen Supermärkten Artikel ganz häufig viel zu früh weg. Genau dort hat Sirplus angesetzt – und genau das war das Erfolgsrezept. Denn vielen Menschen ist die allgemeine Lebensmittelverschwendung extrem unangenehm. Da ist es ein tolles Gefühl, etwas dagegen unternehmen zu können.

Insolvenz für Lebensmittel-Händler

In Berlin betrieb das Unternehmen neben einem Onlineshop immerhin fünf Filialen. Aber wie, fragt man sich, kann ein Geschäft, das auf so viel Zuspruch trifft, plötzlich pleite sein? Was Fellmer nun rückblickend an sich selbst krisitiert, ist, dass er es nicht rechtzeitig geschafft habe, sein Unternehmen zu professionalisieren. Je größer der Erfolg des Start-ups wurde, desto höher wurden die Kosten. Damit konnte Sirplus nicht umgehen.

Die schnelle Expansion wurde dem Lebensmittel-Händler zum Verhängnis und endete schließlich in der Insolvenz. Im letzten Jahr hatte man mit einem massiven Stellenabbau noch vergeblich versucht, die Kurve zu kratzen. Es ist tragisch, dass ein so innovatives Unternehmen pleitegehen muss – denn der Markt für das Konzept ist auf jeden Fall vorhanden.