Erste Metzgerei bietet jetzt Waschbären-Wurst für Kunden an

In der Auslage einer Fleischerei liegen mehrere Würste.
Symbolbild © imago/Rüdiger Wölk

Die erste Metzgerei bietet jetzt ihren Kunden Waschbären-Wurst an. Was sich zunächst kurios anhört, sorgt bei der Kundschaft für Begeisterung. Zudem ist das Produkt nachhaltig.

Es hört sich komplett verrückt an, aber die erste Metzgerei bietet ihren Kunden Waschbären-Wurst an. Bei den Menschen stößt dies auf Begeisterung. Das Produkt sorgt dafür, dass die Tiere nicht verschwendet werden.

Ein außergewöhnliches Produkt

Bouletten, Bratwurst, Salami, Frühstücksfleisch – dies alles sind Produkte, die man in einer Metzgerei frisch kaufen kann. Die Kunden, die hier einkaufen gehen, bevorzugen frische Ware und wollen genau wissen, woher die Tiere kommen. Die Qualität ist nicht mit der aus den abgepackten Wurstwaren im Supermarkt oder Discounter zu vergleichen. Denn die Produkte stammen meist von Schweinen, Rindern und Puten. Kaum einer kommt wohl auf die Idee, für die Klassiker in der Theke Waschbären zu verwenden. Zwar werden in so mancher Fleischerei Produkte aus Wild angeboten. Aber nun gibt es tatsächlich die erste Metzgerei, die ihren Kunden Waschbären-Wurst anbietet.

Der Geschmack überzeugt die Kunden

Die außergewöhnliche Idee hatte der Wildfleischer Michael Reiß aus dem Jerichower Land eigentlich spontan. Er wollte seinen Kunden nicht nur ein besonderes Geschmackserlebnis bieten, sondern auch etwas Nachhaltiges produzieren. Zwar waren die Kunden am Anfang skeptisch, doch der Geschmack habe die Menschen letzten Endes überzeugt. Dies führte dazu, dass er seine Waschbären-Produkte auch bundesweit vertreiben möchte. In der „Hauptstadt der Waschbären“, in Kassel, rechnet er mit einem hohen Absatz.

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Angefangen hatte alles, als der Wildfleischer im November 2022 gefragt wurde, ob er seine Produkte auf der Grünen Woche in Berlin vorstellen wolle. Er hatte zwar erst seit einigen Monaten die EU-Zulassung für seinen Betrieb, doch er habe darüber nicht lange nachdenken müssen. Schließlich sei er schon als Kind mit seinen Eltern auf der Agrarmesse gewesen.

Das Veterinäramt habe grünes Licht für die Waschbären-Verarbeitung gegeben, wenn er die Tiere von einem Veterinär zuvor auf Fadenwürmer untersuchen ließe. Zu Beginn der Produktion sei man sich nicht sicher gewesen, ob Waschbären-Wurst auch schmeckt. Doch schließlich haben er und sein Team sie zuvor selbst probiert und sie seien überzeugt gewesen. Da das Waschbären-Fleisch sehr fettig ist, mischt der Wildfleischer dieses mit 30 Prozent Schweinefleisch. Der Geschmack sei einfach unvergleichlich.