Esprit pleite: Fast 60 Filialen stehen vor Schließung in Deutschland

Eine Esprit-Filiale befindet sich in einem Einkaufszentrum. Einige Menschen schlendern an dem Eingang vorbei, andere gehen in den Laden. Vor dem Eingang weist ein Schild auf einen Schlussverkauf mit einer Ersparnis von bis zu 70% hin.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Esprit hat Insolvenz angemeldet, was zur Schließung von fast 60 Filialen in Deutschland führen könnte. 1.500 Mitarbeiter stehen aufgrund der Krise vor einer ungewissen Zukunft. 

Nach der Insolvenz von Esprit steht Deutschland eine große Welle von Geschäftsschließungen bevor. Für fast 60 Filialen könnte eine Schließung erfolgen. Es ist bereits das zweite Mal in vier Jahren, dass das Unternehmen vor finanziellen Problemen steht. Kunden und Mitarbeiter müssen sich auf Zeiten der Ungewissheit und Veränderungen einstellen.

Sowohl Kunden als auch Mitarbeiter sind besorgt

Esprit hat beschlossen, Insolvenz für sein Europageschäft anzumelden. Das Amtsgericht Düsseldorf hat vorübergehende Eigenverwaltungsverfahren für die Esprit Europe GmbH und sechs weitere deutsche Tochtergesellschaften eingeleitet. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass das Unternehmen weiterhin unter eigener Leitung operieren kann, während ein Sachwalter die Geschäftsführung überwacht.

Während der Corona-Pandemie 2020 musste Esprit bereits schwere Einschnitte hinnehmen: Ein Drittel der Belegschaft wurde entlassen und 100 Filialen geschlossen. Jetzt stehen erneut 1.500 Mitarbeiter in Deutschland vor einer ungewissen Zukunft. Die Existenz von 57 Filialen steht auf dem Spiel, während Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen um ihre Jobs und Einkaufsmöglichkeiten bangen. Die Leitung des Sanierungsprozesses übernehmen erfahrene Experten: Rechtsanwalt Dr. Christian Gerloff und Christian Stoffler, die für ihre erfolgreiche Restrukturierung anderer Modeunternehmen bekannt sind, sollen den Konzern wieder auf Kurs bringen.

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Das endgültige Aus für alle Esprit-Geschäfte droht

Die Flut an Schließungen betrifft nicht nur die Filialen, sondern auch das Management von Esprit. Die PTH Group, ein Franchisenehmer von Esprit, hat bereits Verträge beendet und plant, die vorhandenen Esprit-Filialen in Catches-Stores umzuwandeln. Dies könnte das endgültige Aus für alle Esprit-Geschäfte in Deutschland bedeuten, selbst für diejenigen, die nicht zur PTH group gehören. Die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Filialen sind spürbar: Hohe Mieten und langfristige Verträge erschweren eine angemessene Umstrukturierung. Die Bundesagentur für Arbeit bietet Insolvenzgeld für die Monate Mai bis Juli an, um den Beschäftigten zumindest vorübergehend finanzielle Sicherheit zu bieten. Trotz der Besorgnis in der Branche wird der Geschäftsbetrieb vorerst fortgesetzt und alle Filialen bleiben geöffnet.