Hunderttausende betroffen: Erste Region erhöht Trinkwasser-Preise

Eine Person steht vor dem Waschbecken und füllt ein Glas mit Wasser aus dem Wasserhahn. Dahinter ist eine beige Küche mit Messern und einem Wasserkocher abgebildet.
Symbolbild © istockphoto/sonsam

Hierzulande haben wir damit noch weitestgehend Glück gehabt. Aber die Wasserknappheit kennt keine Ländergrenzen. So sollen nun auch in Deutschland die Trinkwasser-Preise steigen.

Es ist die Grundlage allen Lebens. Wo es nicht ist, kann nichts wachsen oder bestehen. Die Rede ist von Wasser. Dieses sehen wir in Deutschland oft als selbstverständlich an, weil es immer verfügbar und meistens auch billig ist. In Zukunft könnte sich das jedoch ändern. Denn nun hebt die erste Region in Deutschland die Trinkwasser-Preise an.

Teureres Trinkwasser

Für die Menschen in dieser Region wird alles, was aus dem Wasserhahn kommt, in Zukunft teurer – und das bereits ab nächstem Monat. Ab 1. Juli werden die Einwohner sich hier vielleicht zweimal überlegen, ob sie duschen gehen wollen oder nicht. Der Wasserversorger begründet den Schritt zur Erhöhung der Trinkwasser-Preise damit, dass die Qualität verbessert werden soll. Dieser Schritt hat also nicht direkt etwas damit zu tun, dass das Wasser in Deutschland knapp wird.

Ein bewussterer Umgang mit Wasser ist eine lobenswerte Sache. Allerdings werden die Menschen in Dortmund nun regelrecht dazu gezwungen. Angesichts der steigenden Trinkwasser-Preise bleibt ihnen schließlich keine andere Wahl. Wer sich den Aufpreis nicht automatisch leisten kann, wird ab Juli zweimal überlegen, bevor er den Wasserhahn aufdreht.

Ausbesserung der Wasserwerke

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Im Rahmen des Projektes „Reine Ruhr“ will der Wasserversorger DEW21 in Dortmund die Wasserqualität verbessern. Dazu sollen die Wasserwerke an der Ruhr modernisiert werden. Beides sind entscheidende Maßnahmen, die unter anderem angesichts des Klimawandels geschehen müssen. In Zukunft wird die Region demnach mit heftigem Starkregen rechnen müssen. Damit die Wasserwerke auch unter extremen Bedinungen weiterhin problemlos funktionieren, sind Ausbesserungen vonnöten – und das kostet Geld. Stemmen muss die Ausgaben allerdings wieder mal der einfache Bürger. Ob das gerecht ist, ist eine berechtigte Frage. Denn die erhöhten Umweltbelastungen sind allgemein größtenteils der Industrie zuzuschreiben.

Erhöhte Preise für Verbraucher

Als Folge der Modernisierung wird das Trinkwasser für die Dortmunder im Durchschnitt um 3,7 Prozent teurer. Für die meisten wird das noch bezahlbar sein, insbesondere da die Trinkwasser-Preise in Dortmund seit 2015 nicht mehr erhöht wurden. Im Rest von Deutschland sind die Preise für das Wasser aus der Leitung in den vergangenen Jahren hingegen im Schnitt um etwas 5,5 Prozent gestiegen. Wie viel mehr genau die Verbraucher in Dortmund in Zukunft bezahlen müssen, kommt auf den Einzelfall an. Laut beispielhaften Berechnungen der DEW21 sollen für Eigenheimbesitzer künftig insgesamt vierzehn Euro mehr im Jahr anfallen. Wer in einem Mehrfamilienhaus lebt, muss mit zusätzlichen vier bis sieben Euro pro Jahr rechnen.