Klimakrise: Lidl verändert sein Sortiment – die Pläne sind gewagt

Das Lidl Logo am Abend.
ARCHIV - Foto: Matthias Balk/dpa

Der Discounter-Riese Lidl hat Pläne vorgelegt, nach denen sein Sortiment drastisch verändert werden soll. Grund dafür ist die drohende Klimakrise, die Lidl dazu zwingt, seine Lebensmittelstrategie anzupassen. Die Niederlande dienen hierfür als Testlabor.

Unsere Ernährung spielt beim Erreichen von Klimazielen eine wesentliche Rolle. Ein Wechsel von einer fleischlastigen Ernährung hin zu einer mehr durchmischten mit mehr Gemüse sowie regional produzierten Lebensmitteln ist dabei entscheidend. Diesem Ziel hat sich nun auch Lidl verschrieben und will in diesem Zuge zuerst in den Niederlanden seine Pläne umsetzen, das Sortiment klimafreundlicher zu gestalten.

Das plant Lidl konkret

Die selbst gesetzten Ziele der Discounterkette wirken ambitioniert und fortschrittlich. Bis 2030 strebt man an, die Hälfte der verkauften Proteinprodukte aus pflanzlicher und nicht aus tierischer Herstellung zu beziehen. Derzeit liegt das Verhältnis noch bei 38 zu 62 Prozent. Lidl gibt an, die erste Supermarktkette zu sein, die sich mit solchen konkreten Zielen der gesellschaftlichen Herausforderung der Klimakrise stellt.

In den vergangenen Jahren konnte Lidl sein Angebot an vegetarischen und veganen Produkten deutlich erweitern. Damit setzt sich das Unternehmen aktiv dafür ein, die Preise für Fleischalternativen niedrig zu halten. Trotzdem erkennt der Lebensmitteleinzelhändler, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um seine Ziele zu erreichen und die Sichtbarkeit und Verfügbarkeit von veganen Produkten, vor allem im Vergleich zu Fleischprodukten, zu erhöhen.

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Testprojekt in den Niederlanden mit großem Fokus auf Fleischersatzprodukte

Lidl in den Niederlanden geht einen innovativen Weg. In siebzig Filialen möchte man bald Fleischersatzprodukte gleich neben den Fleischprodukten anbieten. Die Preise der Ersatzprodukte sind dabei drastisch reduziert, um noch mehr Kunden zum Kauf zu bewegen. In einigen Fällen sind diese sogar günstiger als echtes Fleisch. Die Auswirkungen dieser Aktion auf das Einkaufsverhalten der Lidl-Kunden werden über drei Monate hinweg untersucht, um festzustellen, ob Fleischersatzprodukte eine ernstzunehmende Alternative für Fleischesser werden könnten.

Auch die Wissenschaft ist an Lidls Plänen interessiert

Die Ergebnisse von Lidls Pilotprojekt sollen nach seinem Abschluss auch in Form von wissenschaftlichen Berichten veröffentlicht werden. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass die Präsentation von Fleischersatzprodukten neben Fleischprodukten einen positiven Einfluss auf den Verkauf veganer Produkte hat.

Wie also werden nun die Pläne von Lidl, sein Sortiment zu verändern, bei den Kunden ankommen? Der Übergang zu einer pflanzlichen Ernährung mit weniger Fleisch könnte sich am Ende sowohl für den Discounter, seine Kunden als auch unsere Umwelt auszahlen.