Nächster Kahlschlag droht: Deutscher Traditionshändler ist insolvent

Menschen beim Einkaufen. Die Bürger laufen durch die Einkaufspassage an den Läden und Geschäften vorbei. Sie schauen durch die Verkaufsfenster hinein, einige Kunden gehen in ein Geschäft, um Produkte zu kaufen.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Die Zeiten sind hart für Unternehmen. Immer mehr Betriebe müssen Insolvenz anmelden. Jetzt ist auch ein deutscher Traditionshändler insolvent. Die Folgen für die Beschäftigten könnten verheerend sein, denn die Zukunft des Unternehmens steht auf dem Spiel.

Nicht zuletzt die Energiekrise und die Coronapandemie sind an unzähligen Unternehmen und Händlern nicht spurlos vorbeigegangen. In den ersten Monaten des Jahres mussten wieder Hunderte Unternehmen Insolvenz anmelden. Nun ist auch ein deutscher Traditionshändler insolvent.

Deutscher Traditionshändler ist insolvent

An einem Unternehmen hängen nicht immer nur Kunden und Produkte, vor allem die Mitarbeiter sind das Herz einer Firma. Viele arbeiten seit vielen Jahren in einem Betrieb und sind eng zusammengewachsen. Umso einschneidender ist eine Pleite oder Insolvenz. Auch dass dieses deutsche Traditionsunternehmen jetzt insolvent ist, bereitet seinen Beschäftigten große Sorgen. Es handelt sich um den Versandhändler Livario. Im Mittelpunkt steht hier das digitale Unternehmen, über das Kunden Partyartikel wie Kostüme und Dirndl bestellen können.

Aktuelle Schieflage – neu aufstellen für die Zukunft

Nach neuesten Meldungen ist das Unternehmen wohl zahlungsunfähig, zumindest hat es beim Amtsgericht Lüneburg Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzverfahren wurde bereits im Mai eröffnet. Das in Lüneburg ansässige Unternehmen beschäftigt 110 Mitarbeiter. Trotz der wirtschaftlichen Schieflage können die Löhne und Gehälter in den kommenden Monaten weiter bezahlt werden. Gründe für die Insolvenz sind die sehr günstigen Wettbewerber, zum Teil aus Fernost, sowie ein hoher Marktdruck. Zudem spürt das Unternehmen die aktuelle Konjunkturschwäche.

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Der Händler hat einen durchaus beachtlichen Marktanteil in Deutschland, aber auch in der Schweiz und in Österreich. Dort gehört Livario nach eigenen Angaben sogar zu den Marktführern. Derzeit kümmert sich eine vorläufige Insolvenzverwaltung um das Unternehmen. Dabei geht es nicht um die Schließung, sondern um die Rettung des Händlers. Auch wenn sich Livario derzeit in einer wirtschaftlich äußerst schwierigen Situation befindet, geht es nun darum, ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Unter dem Dach des Unternehmens wird nicht nur ein, sondern viele verschiedene Onlineshops betrieben, um die Ware an den Kunden zu bringen.