Rassismus-Kritik: Bäckerei verkauft Faschings-Gebäck mit Motiven

Auslage in einer Bäckerei.
Symbolbild © istockphoto/rglinsky

Ganz Deutschland ist im Faschings-Fieber. Jetzt hat eine Bäckerei sich jedoch Ärger eingebrockt, da sie ihr Faschings-Gebäck mit speziellen Motiven anbietet. Das sehen die Kunden und das Netz nicht besonders gern.

Erst letztes Jahr musste sich die Bäckerei einer Diskussion stellen, die sich um die auf dem Faschings-Gebäck aufgebrachten Motive drehte. Nun geht es wieder von vorn los.

Ärger wegen traditionellem Gebäck

Zu Fasching sind süße Gaumenfreuden ein Muss. Fast jeder kennt die kleinen Stückchen aus Teig, die mit Marmelade, Schokocreme, Vanille oder sogar Eierlikör gefüllt sind. Ob mit oder ohne Motiv, sie sind in ganz Deutschland beliebt. Doch eine Bäckerei verkauft Faschings-Gebäck mit speziellen Motiven. Diese sorgten bereits 2023 für hitzige Diskussionen.

In diesem Jahr muss sich die Heilbronner Bäckerei Hermann ebenfalls harscher Kritik stellen. Die Bäckerei soll, so die Kritiker, „rassistische“ Krapfen verkaufen. Üblicherweise streiten sich die Bürger eher um den Namen als um die Motive des traditionellen Gebäcks. Ob nun Berliner, Pfannenkuchen oder Krapfen, die Fasnetsküchle sorgen auch in diesem Jahr für Ärger.

Bäckerei Hermann steht am Pranger

Wie im vergangenen Jahr auch gibt es nun erneut Zoff zwischen der Bäckerei Hermann und der Antidiskriminierungsstelle Heilbronn (Adi). Genau wie letztes Jahr ist der Zankapfel das von der Bäckerei angebotene Faschings-Gebäck, das mit angeblich rassistischen Motiven bestückt sein soll.

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Bäcker Rolf Hermann betreibt zwei Standorte in Heilbronn und erhielt im Jahr 2023 eine Abmahnung, da er mit seinem Faschingsgebäck „rassistische Stereotype“ reproduziere. Doch genau diese Dekoration findet sich dieses Jahr erneut auf den Fasnetsküchle. Diese zeigen schwarze Menschen, die unter anderem Knochenketten und Baströcke tragen. Ebenso stereotyp soll auch die Darstellung von Indianern und Chinesen sein.

Streit wegen Faschings-Gebäck

Die Antidiskriminierungsstelle sagte über die Darstellung auf den Krapfen, dass diese die Reproduktion von kolonialistischen Vorstellungen und die „Geschichte von Unterdrückung und kultureller Aneignungen“ fördern würden. Harte Vorwürfe, die der Bäcker jedoch zurückweist und erklärt: „Ich sehe keinen Anlass, sie nicht mehr zu verkaufen.“ Und weiter: „Ich habe letztes Jahr dazu gestanden und ich stehe auch dieses Jahr dazu.“

Im letzten Jahr hatte sich eine Kundin an dem Gebäck gestört und sich an die Antidiskriminierungsstelle gewandt. Diese forderte Hermann dazu auf, dass er die Krapfen „diskriminierungssensibel“ verändern sollte. Der Grund: Durch die aktuelle Darstellung könnten sich einige Menschen verletzt fühlen. Bäcker Hermann entgegnet hier: „Das ist keine Diskriminierung. Das ist unsere Faschingstradition in Deutschland.“