Restaurantbesuche werden teurer: Viele zahlen kein Trinkgeld

Eine Person legt Trinkgeld in eine kleine Schale.
Symbolbild © istockphoto/Miguel Angel Flores

Weil Restaurantbesuche in Deutschland zunehmend teurer werden, wollen viele Gäste kein Trinkgeld mehr zahlen. Preiserhöhungen und schlechterer Service sind schuld an diesen Veränderungen in der Gastronomie.

Ein hitzig diskutiertes Thema ist in den Fokus der Restaurantwelt gerückt: das Trinkgeld. Während Restaurantbesuche in Deutschland immer teurer werden, stellt sich die Frage: Warum entscheiden sich plötzlich so viele Menschen dagegen, Trinkgeld zu geben?

Preiserhöhungen aufgrund von Ukraine-Krieg

Die versteckte Antwort liegt in einem unauffälligen Zeitpunkt: Februar 2022. Dort begann eine Abfolge von Preiserhöhungen, nachdem Russland die Ukraine angegriffen hatte. Seitdem steigen die Kosten kontinuierlich an. Doch das ist nicht die einzige Veränderung, die bald dazu führen könnte, dass Restaurantbesuche ein teures Vergnügen werden. Die reduzierte Steuer von sieben Prozent, die während der Pandemie galt, wird bald Geschichte sein. Das bedeutet, dass der vorherige Steuersatz von 19 Prozent zurückkehren wird und die Rechnungen teurer werden.

Aber nicht nur wirtschaftliche Faktoren sind relevant. Auch wenn Restaurantbesuche teurer werden, ist in Deutschland das Geben von Trinkgeld Tradition. Anderswo kann es sogar als beleidigend betrachtet werden. Laut einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2019 gibt es keine offiziellen Zahlen zum Trinkgeld in Deutschland. Etwa 75 Prozent würden für eine Mahlzeit, die fünfzig Euro kostet, zwischen zwei und fünf Euro geben, während drei Prozent gar kein Trinkgeld geben würden.

Wachsende Inflation sorgt für weniger Trinkgeld

Ein neuer Abschnitt begann mit der Coronapandemie. Nach den Lockdowns erhöhte sich der Trinkgeldbetrag, der in deutschen Restaurants gegeben wurde. Aber diese Ära ist vorbei. Die wachsende Inflation und allgemeine finanzielle Belastungen bedeuten, dass Gäste weniger oder gar kein Extra-Geld mehr geben. Gewerkschaftsvertreter wie Jonas Bohl von NGG sehen die Lösung klar: faire Bezahlung ohne Abhängigkeit von Trinkgeld.

Doch die Meinungen hierzu sind gespalten. Dehoga-Geschäftsführerin Sandra Warden hebt hervor, dass die Gehälter im Gastgewerbe bereits gestiegen seien, und warnt davor, das Trinkgeld abzuschaffen, da die Angestellten darunter leiden würden. Die Gastronomie steckt womöglich in einem Kreislauf fest: höhere Preise, weniger Kunden, stagnierende Löhne und ein wachsender Personalmangel.