„Tradition endet“: Änderungen bei Fleischtheken deutschlandweit

Eine gut bestückte Fleischtheke im Supermarkt. Ein Mitarbeiter nimmt die Waren aus der Kühltheke und im Hintergrund hängen allerhand Wurstwaren und Fischereiprodukte bereit.
Symbolbild © istockphoto/santypan

Viele Jahre war an den Bedientheken in den Supermärkten alles gleich. Jetzt stehen Änderungen an den Fleischtheken an, die deutschlandweit umgesetzt werden müssen.

Eine der wichtigsten Änderungen gibt es bald an den Fleischtheken und das deutschlandweit. Das müssen die Kunden beim Einkauf in Zukunft berücksichtigen.

Neuerungen im Bereich Fleisch und Wurst

Beim Einkauf gilt es demnächst auf etwas Neues zu achten. Denn es stehen deutschlandweit Änderungen an den Fleischtheken an. So können die Kunden künftig anhand von Kennzeichnungen erkennen, wie das Tier gehalten wurde. Dazu stehen vier unterschiedliche Stufen der Kennzeichnung zur Verfügung.

Die neue Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch- und Wurstwaren soll künftig sowohl in Supermärkten als auch in Discountern auf Verpackungen und an den Fleischtheken zu finden sein. Die Kennzeichnungspflicht gilt demnach auch für unverpackte Fleisch- und Wurstwaren. In vielen Märkten wie Aldi oder Lidl finden die Kunden diese Informationen schon seit einiger Zeit auf den verpackten Produkten aus der Kühlung.

Unterscheidung in vier Stufen

Die erste Stufe stellt die niedrigste, also „schlechteste“ Haltungsform dar. Hier werden lediglich die Mindestanforderungen erfüllt. Etwas besser im Hinblick auf die Haltung ist die Stufe zwei. Die Stufe drei legt hier noch einmal etwas nach, während Stufe vier die bislang beste Haltungsform kennzeichnet.

Lesen Sie auch
"Sofort entfernen": Grüne Schleim-Kugeln breiten sich in Gärten aus

Bei den Änderungen für die Fleischtheken, die deutschlandweit umzusetzen sind, gibt es auch die Regelung, dass eine Kennzeichnungspflicht für loses Fleisch besteht. Diese bezieht sich auf Schweinefleisch, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Geflügel. Dabei spielen sowohl die Aufzucht als auch das Schlachtland eine Rolle.

Bislang nur wenige Kennzeichnungen

Bisher ist eine solche Kennzeichnung lediglich bei verpackten Fleischprodukten sowie bei unverpacktem Rindfleisch und frischem Obst und Gemüse vorgeschriebenen. Die Bundesregierung weitet diese Pflicht jetzt also aus. Dem ging eine Verordnung des Bundesernährungsministers Cem Özdemir (Grüne) voraus.

Diese billigte nun das Bundeskabinett, sodass die Änderungen für die Fleischtheken bundesweit in Kraft treten kann. „Nur so können die Menschen eine informierte Kaufentscheidung treffen und sich aktiv für mehr Tierschutz, regionale Wertschöpfung und hohe Umweltstandards entscheiden“, begründete Özdemir die Einführung.