Gesetz wurde gekippt: Trinkwasser für alle Haushalte betroffen

Eine Person lässt Leitungswasser in ein Wasserglas laufen, um es zu trinken
Symbolbild © istockphoto/sonsam

Die EU hatte ein bestimmtes Gesetz geplant, nun ist dieses jedoch gescheitert. Es geht um das Trinkwasser sämtlicher Haushalte. Diese Entscheidung betrifft jeden einzelnen Europäer.

Umweltschützer hatten sich schon darauf gefreut, dass dieses Gesetz endlich beschlossen wird. Aber jetzt ist der Entwurf wieder vom Tisch. Obwohl damit große Gefahren für das Trinkwasser aller Haushalte einhergehen, musste das EU-Parlament das ersehnte Gesetz kippen. Wie geht es jetzt weiter?

Gesetz gescheitert

Sicher hat jeder schon einmal von Glyphosat gehört. Aber was ist das eigentlich? Glyphosat ist ein Pestizid, das Landwirte beim Anbau vieler Pflanzen benutzen, weil es extrem effektiv gegen eine Vielzahl von Unkräutern wirkt. Aber was so stark wirkt, hat eben auch Nebenwirkungen. Und genau hier liegt das Problem. Denn das chemische Pestizid landet durch seinen großflächigen Einsatz zwangsläufig auch im Trinkwasser von allen europäischen Haushalten. Um das zu verhindern, wollte man seine Verwendung um die Hälfte vermindern – doch das ist jetzt gescheitert.

Darüber, wie gefährlich Glyphosat ist, herrscht Unklarheit. Während die einen es für hochgradig krebserregend halten, stellen die anderen es als recht harmlos dar. Man könnte auch argumentieren, dass der Anteil, der am Ende wirklich im Trinkwasser unserer Haushalte landet, so gering sei, dass keine echte Gefahr bestehe. Doch selbst Glyphosat-Befürworter würden zustimmen, dass das Pestizid in hohen Mengen garantiert nicht gesund für den Menschen ist.

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Gefährlich für das Trinkwasser aller Haushalte

Die meisten Verbraucher wünschen sich wohl ein Verbot des chemischen Stoffes, denn schließlich landet dieser nicht nur in unserem Trinkwasser, sondern auch in Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln. Daher ist es wichtig, gekauftes Obst und Gemüse immer gut abzuwaschen, bevor man es verzehrt. Aber wäre es nicht viel besser, wenn erst gar keine Chemiebomben zum Anbau von Obst und Gemüse verwendet werden würden? Dagegen hätten wiederum die Landwirte etwas. Die Pestizide machen den Anbau nicht nur „sicherer“ – vor Insekten und Unkräutern –, sondern zudem noch viel ertragreicher. Ein plötzliches Verbot würde einen Riesen-Verlust für die Bauern bedeuten.

Der Fall bleibt knifflig. Natürlich wünschen wir uns weiterhin günstiges Obst und Gemüse aus dem Supermarkt. Aber Pestizide im Trinkwasser aller Haushalte bleiben trotzdem eine unschöne Vorstellung. Der Gesetzesentwurf zur starken Reduktion von Glyphosat ist nun zumindest erst einmal vom Tisch – und das umstrittene Pestizid für die nächsten zehn Jahre weiterhin erlaubt.