Insolvenz: Traditionelles Kosmetikunternehmen steht vor dem Aus

Ein Kosmetikunternehmen in einem Einkaufszentrum.
Symbolbild © imago/Panthermedia

Diese Insolvenz trifft nicht nur die Leute aus der Branche. Ein traditionelles Kosmetikunternehmen geht pleite. Warum das traurig für ganz Deutschland ist, erklären wir hier.

Wenn eine Firma pleitegeht, dann liegt das an einer grundlegenden Tatsache: Es gibt kein Geld. Ähnlich ist es bei diesem Kosmetikunternehmen – aber vielleicht ist der Fall doch noch ein bisschen vielschichtiger.

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Es scheint so, als wollten die Menschen kein Geld mehr in ihr Aussehen investieren, denn immer mehr Mode-Ketten schließen sowie auch dieser Outlet-Store. Leider liegt es nahe, dass die Verbraucher selbst nicht mehr genügend Erspartes in den Taschen haben, um der Mode oder dem Make-up zu frönen. Firmen und Menschen haben alle unsagbar unter Corona gelitten. So auch das Kosmetikunternehmen Mussler Cosmetic Production. Jüngst meldete die Instanz aus Baden-Württemberg ihre Insolvenz an. Kann der Hersteller und Abfüller einen Investor finden? Der Fall steht für so vieles, was derzeit schiefläuft. Zumindest die Mitarbeiter versuchen noch optimistisch zu bleiben.

Das etablierte Kosmetikunternehmen Mussler Cosmetic Production hatte sich bereits im Jahr 1978 in Baden-Baden-Steinbach gegründet. Von dort aus hatte es für verschiedenste Kunden Kosmetik selbst produziert und abgefüllt. Über die Pandemie konnte sich die schwäbische Firma mit Ach und Krach noch retten. Aber jetzt wurden die Zeiten zu hart. Die Folge: Mussler Cosmetic Production sucht einen Investor. Aber wieso betrifft die Angelegenheit mehr als nur das Unternehmen und seine 104 Mitarbeiter?

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Traditionelles Kosmetikunternehmen

Neben den Arbeitsplätzen, die mit dieser Pleite auf dem Spiel stehen, ist die Tatsache, dass wir nach wie vor unter den Corona-Schäden so sehr leiden, einfach tragisch. So gesehen ist die Pandemie noch nicht wirklich vorbei. Aber nicht nur das: Wenn das Ende von Mussler Cosmetic Production besiegelt wird, geht mit dem Kosmetikunternehmen wertvolles Know-how Made in Germany verloren. Ein 46 Jahre alter Betrieb kann einfach auf viel mehr Wissen und Erfahrung blicken als jedes noch so dynamische Start-up.

Mittelstand in Gefahr

Aber das Traurigste an dieser Insolvenz ist wahrscheinlich, dass es das Ende eines weiteren mittelständischen Unternehmens wäre. Diese sind ohnehin extrem angeschlagen und drohen mit der Zeit völlig wegzufallen. Was soll dann werden? Der Mittelstand ist schließlich das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wenn bald jeder Wirtschaftszweig ausschließlich von globalen Mega-Firmen übernommen wird, dann stehen wir hierzulande vor noch ganz anderen Problemen.