Offiziell: Deutschland setzt auf Wasserstoff-Kraftwerke statt Atom

Ein Finger liegt auf den Stromschaltern eines Hauses.
Symbolbild © istockphoto/BrianAJackson

Die Bundesregierung von Deutschland plant den Bau neuer Wasserstoff-Kraftwerke. So wollen sie eine umweltfreundliche Zukunft gewährleisten. Das Projekt wird jedoch etwa 16 Milliarden Euro kosten.

Die Bundesregierung hat in einer wegweisenden Entscheidung einen Plan für den Bau neuer Wasserstoff-Kraftwerke in Deutschland vorgestellt. Diese können Wasserstoff als Energiequelle nutzen. Diese Einigung, welche sich aus gründlichen Verhandlungen ergab, markiert einen bedeutenden Fortschritt in Richtung einer umweltfreundlichen Energiezukunft.

Mehr Wasserstoff-Kraftwerke als umweltfreundliche Lösung

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner haben sich auf die Grundlagen einer Strategie für Kraftwerke verständigt. Diese Strategie soll den Weg für Investitionen in moderne, flexible und umweltfreundliche Anlagen ebnen. Das langfristige Ziel besteht darin, diese Kraftwerke auf Wasserstoff umzurüsten. Somit soll die Anlage auch in Zeiten mit wenig Sonnenlicht und Wind eine zuverlässige Stromversorgung gewährleisten. Die Gesamtkosten für dieses ehrgeizige Vorhaben belaufen sich auf etwa 16 Milliarden Euro über die nächsten zwei Jahrzehnte. Die Finanzierung wird aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) erfolgen. Um Betreiber dazu zu ermutigen, Kapazitäten bereitzuhalten, soll ein Mechanismus entwickelt werden, der die Vorhaltung von Kapazitäten fördert. Eine politische Einigung über diesen Mechanismus wird bis spätestens Sommer 2024 angestrebt.

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Umrüstung der Anlagen bis 2032 auf Wasserstoff

Die „Ampel“-Koalition, bestehend aus SPD, Grünen und FDP, hat entschieden, in Kürze neue Gaskraftwerkskapazitäten öffentlich auszuschreiben. Dabei ist geplant, dass diese Anlagen zwischen 2032 und spätestens 2040 vollständig auf Wasserstoff umgerüstet werden. Gleichzeitig werden die Verfahren zur Planung und Genehmigung der Kraftwerke beschleunigt. Außerdem wird die erzielte Einigung mit der EU-Kommission in Brüssel abgestimmt.

Diese wegweisende Entscheidung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiebranche sehnsüchtig auf eine klare Strategie für den Bau von Gaskraftwerken, die bis 2030 wasserstofffähig sind, gewartet hat. Die Bundesregierung strebt an, bis 2030 80 % des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Dementsprechend nehmen die neuen Gaskraftwerke eine bedeutende Rolle ein. Sie sollen insbesondere in Phasen mit geringer Wind- und Sonnenenergie einspringen, um den Strombedarf zuverlässig zu decken.