Engpässe bei Lebensmittel drohen: „Größte Krise seit 70 Jahren“

Leere regale im Geschäft
Symbolbild © istockphoto/Cory OBrien

Karlsruhe Insider: Harte Realität.

Die gesamte deutsche Lebensmittelbranche befindet sich wegen des Kriegs in der Ukraine und der Corona-Pandemie in der wohl größten Krise der letzten 70 Jahre. Die Lebensmittelverbände verlangen nun ein Einschreiten der Regierung.

Als Ursache nannte der Geschäftsführer des deutschen Lebensmittelverbandes, Christoph Minhoff, zum einen Ernteausfälle, dann coronabedingte Lieferengpässe, den Krieg in der Ukraine und auch die Knappheit an Gas.

Das Schlimme dabei ist, dass alle betroffen sind: die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette, die Logistik inklusive des Transports, dann die Zulieferbranchen und zum Schluss die Verpackungsindustrie.

Er fordert von der Bundesregierung dringend einen funktionierenden Plan für eine stabile Energieversorgung. Zudem legte er bereits Protest ein, dass im Fall von Gasmangel die Hersteller von Grundnahrungsmitteln und Landwirte bevorzugt versorgt werden, aber gleichzeitig der Süßwarenindustrie und Brauereien der Gashahn abgedreht wird.

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Die Debatte über Systemrelevanz im Lebensmittelbereich ist unsäglich. Gleichzeitig warnte er die Politiker, massiv in den Markt einzugreifen und die Verbraucher zu bevormunden, dass bestimmt wird, was der Verbraucher noch essen darf und was nicht. Gleichzeitig darf der Staat nicht entscheiden, wer weiterarbeiten darf, und wer  seinen Job verliert.

Der gesamte Sektor ist systemrelevant. Anstatt zu überlegen, wer eine Energieversorgung verdient hat und damit gleichzeitig überleben kann und wer nicht, sollten sich die Oberen endlich darum kümmern, dass sich die Frage einfach nicht stellt, weil wir genügend Gas zur Verfügung haben werden.

Über fünf Millionen Menschen arbeiten in der Lebensmittelbranche. Ich will nicht, dass auch nur einer von ihnen wegen einer nicht funktionierenden politischen  Strategie um seinen Job fürchten muss.