Experten erwarten Start der vierten Corona-Welle in Deutschland

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Das sind wohl keine gute Aussichten, obwohl sich doch so viele gleich mehrfach geimpft haben.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Experten befürchten spätestens im Oktober einen exponentiellen Anstieg. Die vierte Welle dürfte sich trotz der Impfungen auch in Krankenhäusern bemerkbar machen.

Steigende Infektionszahlen und teils stagnierende Impfzahlen befeuern in Deutschland die Sorge vor einer vierten Corona-Welle im Herbst.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg den zehnten Tag in Folge und lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen bei 9,4 – nach 8,6 am Vortag und 4,9 beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli. Während etwa in Bremen und im Saarland nach Daten des RKI vom Samstag nun schon mehr als jeder Zweite vollständig immunisiert ist, entspricht das bei Schlusslicht Sachsen nur dem Anteil der Erstgeimpften. Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin (TU) erwarten indes auf Basis von Modellierungen eine vierte Welle im Herbst, die auch an Krankenhäusern nicht vorbeigehen wird.

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„Die Infektionszahlen steigen wieder und absehbar weiter – wir sind beim Impfen im Wettlauf mit der Delta-Variante. Jede einzelne Impfung erhöht unser aller Schutz für Herbst und Winter“, twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag.

Dunkelziffer hoch – viele Infektionen werden nicht erkannt

Laut RKI wurden am Freitag in Deutschland 601.220 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun rund 38,2 Millionen Menschen oder 45,9 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft, wofür bei den meisten eingesetzten Impfstoffen zwei Dosen nötig sind. Insgesamt haben 59,7 Prozent oder rund 49,6 Millionen Einwohner mindestens die erste Spritze erhalten. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.608 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 952.

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Deutschlandweit wurde nach Angaben des RKI vom Samstag binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.743.389 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. /dpa