Nicht genug Lithium da: Der Elektroauto-Boom droht auszusterben

Elektroauto von Mercedes auf Straße
Symbolbild

Karlsruhe Insider: Lithium ist begehrt.

Die weltweiten Klimaziele heizen die globale Nachfrage nach Lithium an. Das könnte ganz besonders für Deutschlands wichtigste Industrie zu einem großen Problem werden.

Deutschland hat eine veritable Sonderkonjunktur in der Elektromobilität fest eingeplant. Um die politischen Klimaziele zu erreichen, sollen bis 2030 rund 15 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen fahren.

Dabei gibt es lediglich ein Problem: Es ist nicht genügend Lithium da, um diese Ziele zu erreichen. Selbst wenn alle aktuell geplanten und im Bau befindlichen Projekte im Zeitplan umgesetzt werden und wir von einem mittleren Nachfragewachstum ausgehen, werden wir nicht genügend Lithium haben, um die weltweite Nachfrage 2030 zu decken. Im Jahr 2020 wurden weltweit rund 82.000 Tonnen Lithium produziert.

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In den nächsten acht Jahren, rechnen die Experten vor, wächst die Nachfrage auf mindestens 316.000 beziehungsweise mehr als 550.000 Tonnen pro Jahr. 90 Prozent des verarbeiteten Rohstoffes fließen dann in Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos. Laut den Experten fehlen 2030 im schlechtesten Fall 300.000 Tonnen Lithium pro Jahr. Im besten Fall fehlen trotzdem noch 90.000 Tonnen Lithium, so viel, wie derzeit im Jahr produziert wird.

Kommt der von der Europäischen Kommission geplante bann für Autos mit Verbrennermotor bis 2035 hinzu, dürfte die Nachfrage in den kommenden Jahren sogar noch schneller steigen als bisher angenommen. Den Kritikern liefert diese Prognose neue Argumente, noch länger an Verbrennerautos festzuhalten.