Kahlschlag: Deutsches Unternehmen will Hunderte Stellen abbauen

Arbeiter in Firma.
Symbolbild © istockphoto/industryview

Deutschland muss sich vorsehen. Ein großes Unternehmen will hierzulande Hunderte Stellen abbauen. Hier gibt es die Hintergrundinformationen.

Ein großes Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche steckt in der Krise und droht damit, Hunderte Stellen, unter anderem in Deutschland, abzubauen. Das steckt hinter den geplanten Entlassungen.

Wintershall Dea muss Kosten einsparen

Der weltweit tätige Erdgas und -ölproduzent Wintershall Dea zieht Bilanz und die Konsequenzen haben es in sich. Aufgrund der Inflation müsse man dringend Kosten einsparen, um weiterhin bestehen zu können. Das Ziel wurde dabei mit einer Einsparnis von 200 Millionen Euro pro Jahr hoch gesetzt. Zum einen will man den Unternehmensvorstand verkleinern. So wird Technologieleiter Hugo Dijkgraaf das Unternehmen Ende November verlassen. Zum anderen will man mehr als die Hälfte des genannten Betrags einsparen, indem man weltweit 500 Stellen abbaut. Davon sind bis dato allein 300 Jobs in Deutschland betroffen.

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Streichung eines deutschen Standortes

Die interne Umstrukturierung bedeutet gleich das komplette Aus für einen deutschen Standort. Bisher hatte Wintershall Dea nach seiner Fusionierung 2019 mit Kassel und Hamburg zwei Standorte in der Bundesrepublik. Nachdem das Unternehmen nun Hunderte Stellen abbauen will, soll letzterer Standort mit 100 Beschäftigten endgültig aufgelöst werden. Stattdessen sollen die Stellen an den einzig verbleibenden deutschen Unternehmenssitz in Kassel verlegt werden. Man wolle in jedem Fall für alle vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen finden, betont das Unternehmen. Allerdings steckt man derzeit noch in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern, sodass bislang nichts Genaueres hierzu bekannt ist.

Öl- und Gasriese kehrt Russland den Rücken

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Eine weitere große Veränderung beim Unternehmen Wintershall Dea ist der vollständige Rückzug aus Russland. Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern hatte Wintershall Dea trotz des Ukraine-Krieges weiter zu Russland gestanden. Hierfür musste der Öl- und Gaskonzern zuletzt auch einiges an Kritik einstecken. Man habe inzwischen jedoch eingesehen, dass die Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa aufgrund der politischen Situation nicht länger vertretbar sei. Die rechtliche Trennung des internationalen Geschäftes wird vom Vorstand bis spätestens Mitte 2024 erwartet.