Karlsruhe: Sprengstoff-Attentäter möglicherweise nur eingeschränkt schuldfähig

Foto: Kucharek | CC-by-nc-sa-2.0 | Die Haupteinfahrt zum Bundesgerichtshof an der Herrenstraße.

Karlsruhe-Insider: Der Attentäter von Waldkraiburg ist teilweise schuldunfähig.

Er hat die Tat in vollem Umfang gestanden.

Nach den Ausführungen eines Gutachters sei der Angeklagte allerdings nicht komplett schuldfähig. Die Aufhebung der gesamten Schuldfähigkeit kann nicht erfolgen.

Die Fortdauer der Untersuchungshaft in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik wurde aber angeordnet.

„Von der Aufhebung der Schuldfähigkeit sei aber nicht auszugehen, heißt es einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) von Ende November, der jetzt veröffentlicht wurde. Die obersten Strafrichter in Karlsruhe hatten den Mann angehört und anschließend die Fortdauer der Untersuchungshaft angeordnet.“

Der Deutsche kurdischer Abstammung hatte gestanden, als Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat Anschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen geplant zu haben.

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Der damals 25 Jahre alte Täter war am 8. Mai 2020 nach Anschlägen mit einer übel riechenden Flüssigkeit auf Geschäfte von Türken im oberbayrischen Waldkraiburg festgenommen worden. Zweimal wurde auch noch Feuer gelegt.

Erst dann stellte sich heraus, dass der Mann bereits 23 Rohrbomben mit 45 Kilo Sprengstoff gebaut hat, die er bei seiner Festnahme teilweise bei sich trug.

Damit wollte er mehrere Moscheen, dann das türkische Konsulat in München und die Ditib-Moschee in Köln angreifen.

Zudem wirft die Generalbundesanwaltschaft die Vorbereitung von Gewalttaten und von versuchten Morden in 27 Fällen vor.

Bei einem gelegten Brand hatten die Bewohner nur Glück, dass das Feuer schnell entdeckt wurde.

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Es drohen mehrere Jahre Haft.