Rauchen wird massiv teurer: EU plant drastische Steuererhöhung

Ein Mann macht sich mit einem Feuerzeug eine Zigarette an
Symbolbild © istockphoto/AntonioGuillem

In Deutschland rauchen immer weniger Erwachsene. Nun plant die EU eine saftige Erhöhung der Tabaksteuer, durch die das Rauchen noch teurer werden soll.

Bis zum Jahresende will die EU-Kommission einen Vorschlag für die Neugestaltung der Tabaksteuer vorlegen. Das Ziel der EU: das Rauchen durch ansteigende Preise noch teurer und damit unattraktiver zu machen. In Ländern wir Neuseeland wurden vor Jahren ähnliche Maßnahmen ergriffen.

Plände der EU bezüglich einer veränderten Tabaksteuer

Erst Ende April wurde bei einer Sitzung der EU-Ratsarbeitsgruppe für Steuerfragen angekündigt, bis Ende des Jahres 2023 einen Vorschlag zur Reform der Tabaksteuer vorzulegen. Dabei soll konkret die Tabaksteuer-Richtlinie geändert werden. Dadurch wäre in der gesamten EU das Rauchen teurer. Angeregt hat die gesamte Diskussion die Frage vonseiten Österreich und Frankreich nach indirekten Steuern durch die Tabakindustrie.

Im vergangenen Jahr hatte die Kommission den geplanten Vorschlag für eine Überarbeitung der Tabaksteuer vom 7. Dezember wieder von der Tagesordnung genommen. Der damalige Entwurf sah vor, dass die Mindestverbrauchssteuer in Deutschland für 1.000 Zigaretten von 115 Euro auf 230 Euro steigen sollte. Bei Zigarren und Zigarillos war eine neunfache Erhöhung der Mindestverbrauchssteuer vorgesehen.

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Kommt die geplante Steuerreform wirklich?

Auf Bestreben der EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides prüft die EU zudem auch neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Gefahren des Rauchens. So soll das Rauchen in der EU nicht nur teurer, sondern für Jugendliche auch schwerer zu erreichen werden. So betonte die zypriotische Politikerin zuletzt die Notwendigkeit einer strikten Durchsetzung des EU-Tabakkontrollrahmens.

Besondere Aufmerksamkeit gilt bei der geplanten Reform auch den E-Zigaretten und anderen Alternativprodukten. So wären nicht nur herkömmliche Zigaretten, sondern auch andere Produkte betroffen. Kyriakides betonte, dass diese Produkte unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu potenziellen Risiken sorgfältig geprüft werden sollten. Das Ziel all dieser EU-Maßnahmen und Reformen ist es, bis 2040 die erste tabakfreie Generation in Europa zu erreichen. Hierzulande ist die Raucherquote in den letzten Jahren indessen wieder gestiegen. Laut der neuesten Debra-Studie rauchen 34,4 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland.