Was jetzt zählt! Corona-Angst macht sich in Karlsruhe breit

Symbolbild Foto: Achmad Ibrahim/AP/dpa

Karlsruhe-Insider: Das Coronavirus macht sich auch in der Region Karlsruhe breit.

Es gibt schon mehrere infizierte, die in Quarantäne sind. Die Stadt schließt Kinos, Schulen, Kitas, Schwimmbäder und vieles mehr – und die Angst vor dem Virus wächst rasant sowie die Hamsterkäufe.

Im Ursprungsland China gibt es mittlerweile über 81.000 Fälle, und in ganz Deutschland sind es insgesamt schon über 1000 Infizierte darunter auch tote.

Rettungssanitäter Sebastian Hertel wurde in den letzten Tagen immer wieder gefragt, wie es aussieht. Er versteht die Angst der Bevölkerung, doch etwas gesunder Respekt ist angebracht, da das Virus in Deutschland noch unerforscht ist.

Rund 1.900 Anrufe / Mehrere hunderttausend Zugriffe / Formular für Notfallbetreuung verfügbar

Nachdem die Landesregierung am vergangenen Freitag die Schließung von Schulen, Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege vom kommenden Dienstag an bis zum 19. April angekündigt und das Ordnungsamt- und Bürgeramt der Stadt Karlsruhe in einer Allgemeinverfügung die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen in geschlossenen Räumen verboten hatte, verzeichnete das Bürgertelefon am Wochenende eine Rekordnachfrage.  Parallel dazu wurde das neue gemeinsame Informationsportal von Stadt und Landkreis Karlsruhe rund um die Uhr frequentiert.

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Insgesamt wählten nahezu 1.900 Bürgerinnen und Bürger am Wochenende die Hotline unter 0721/133-3333 – allein am Samstag wurden über 1.200 Anrufe registriert, sodass die Stadt an diesem Tag mit 25 Personen am Telefon im Einsatz war. Am Sonntag kamen noch einmal rund 640 Anrufe hinzu, die auch mit Unterstützung von elf Mitarbeitenden aus dem Landratsamt Karlsruhe entgegengenommen werden konnten.

Insgesamt verzeichnete das Hotline-Team mit gut 4.700 Anrufen in der vergangenen Woche (Montag bis Sonntag) eine tägliche Zunahme gegenüber der Vorwoche (knapp 840 beantwortete Anrufe).

Das Informationsportal unter www.karlsruhe.de/corona verzeichnete bereits in den ersten 48 Stunden seit Freischaltung mehrere hunderttausend Zugriffe. Allein die Nachricht zur Allgemeinverfügung der Stadt Karlsruhe wurde bisher knapp einhunderttausend Mal abgerufen. Das Portal ist bereits jetzt zur bevorzugten Online-Informationsquelle für Stadt und Region geworden. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und die Abteilungsleiterin Bürgerservice, Britta Heck, werden noch am Sonntagabend auf dem Online-Portal Bilanz des Wochenendes ziehen und einen Ausblick auf die kommende Woche geben.

Am Wochenende interessierten sich Nutzerinnen und Nutzer an der Hotline und im Portal besonders für die Informationen zu den Themenfeldern Schulschließungen und Notfallbetreuung, Allgemeinverfügung, private Feiern und allgemeine Verhaltens- und Hygieneregeln.

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Einschränkungen in den Bürgerbüros

Auch das Ordnungsamt- und Bürgeramt der Stadt Karlsruhe ist von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Obwohl die Stadt alles daran setzt, die Bürgerdienste aufrecht zu erhalten, müssen Bürgerinnen und Bürger aufgrund der personellen Engpässe damit rechnen, dass sie ab Montag, 16. März, trotz Terminzusage in den Bürgerbüros erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Kunden abgewiesen werden müssen und kleine Bürgerbüros schließen.

Schulschließungen und Notbetreuung

Vom kommenden Dienstag, 17. März, sind alle Schulen geschlossen – das Helmholtz-Gymnasium, die Friedrich-Realschule und das berufliche Engelbert-Bohn-Schulzentrum schließen bereits ab dem morgigen Montag. Ein Formular, mit dem Erziehungsberchtigte ihre Kinder für eine Notbetreuung anmelden können, steht auf karlsruhe.de zur Verfügung und muss direkt bei den Schulen eingereicht werden. Dies ist auch mit einer am Bildschirm ausfüllbaren word-Datei per E-Mail an die bekannte Schuladresse möglich. Richtlinien für die Notfallbetreuung finden Betroffene auf karlsruhe.de/corona.

Die Betreuung steht für Schülerinnen und Schüler bis einschließlich Klasse 6 zur Verfügung, deren Erziehungsberechtigte beide in Bereichen arbeiten, die der kritischen Infrastruktur zuzurechnen sind. Dazu gehören insbesondere die Gesundheitsversorgung, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr – Feuerwehr und Rettungsdienst – die Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur wie Telekommunikation, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung sowie die Lebensmittelbranche.

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Die Notfallbetreuung erstreckt sich auf den Zeitraum der regulären Unterrichtszeit und wird von der jeweiligen Schule organisiert. Für Schülerinnen und Schülern, die in Ganztagsklassen unterrichtet werden oder einen Schülerhort besuchen, wird die Notfallbetreuung ebenfalls ganztägig angeboten.

Da auch die Kindertagesstätten schließen, können auch Erziehungsberechtigte mit Kindern zwischen ein und sechs Jahren ihren Antrag auf Notfallbetreuung direkt über die Hotline 133-3333 stellen.

Zoologischer Stadtgarten

Der Zoologische Stadtgarten wird weiterhin geöffnet haben, allerdings schließen das Exotenhaus und die Tierhäuser ab dem morgigen Montag, 16. März.

Es gilt auch in der kommenden Woche: Für alle Fragen rund um den Coronavirus ist die Telefon-Hotline der Stadt Karlsruhe werktags in der Zeit von 8 Uhr bis 18 Uhr zu erreichen, das Portal wird mindestens einmal pro Tag, gegen 13 Uhr, aktualisiert und ist selbstverständlich rund um die Uhr online.